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Stadtrat
Klare Worte: Bexbach will die Variante 1

 Was die Anwohner an der Erbachumgehung von den Plänen zum Autobahnanschluss halten, haben sie in der Vergangenheit bereits  deutlich gemacht.
Was die Anwohner an der Erbachumgehung von den Plänen zum Autobahnanschluss halten, haben sie in der Vergangenheit bereits  deutlich gemacht. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Der Stadtrat befasst sich in seiner Sitzung am Donnerstag auch mit dem geplanten Autobahnanschluss. Die Verwaltung empfiehlt die Anbindung über die Erbachumgehung - und steht damit konträr zur Entscheidung in Homburg. Von Thorsten Wolf

In der aktuellen Diskussion rund um den geplanten Autobahnanschluss Homburg-Ost wollen sich am kommenden Donnerstag auch der Bexbacher Stadtrat und die Bexbacher Verwaltung mit Bürgermeister Christian Prech (CDU) an der Spitze deutlich posititionieren. Anders als in der Vergangenheit mit einer Resolution geht es diesmal um einen echten Beschluss. Und der soll klar machen: Bexbach will die Variante 1, also die Anbindung der A 6 über die Erbachumgehung. Im Beschlussvorschlag liest sich das so: „Die Stadt Bexbach favorisiert die Variante 1. Die Wirtschaftlichkeit, Ökologie als auch der Lärmschutz (weniger Kfz als bei Variante 2 emittieren in Kleinottweiler) lassen keine andere Entscheidung zu.“ Damit wird dann auch klar, warum die Stadt Bexbach hier auf den Plan tritt, man will die Interessen der Bürger in Kleinottweiler schützen.

Kommt der Beschluss am Donnerstag so, wie von der Bexbacher Verwaltung vorgeschlagen, dann will man am Höcherberg genau das, was man in Homburg nicht will. Dort hatte der Stadtrat, nach vielen Bürgerdiskussionen, mehrmaliger Beratung und Vorstellung des Projektes seitens des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), mehrheitlich und auch mit Brüchen durch die Fraktionen, sich kürzlich erneut mehrheitlich für die Variante 2 entschieden (wir berichteten). Diese sieht eine Erschließung des Autobahnanschlusses Homburg-Ost durch einen Straßenneubau im Erbacher Wald vor.

Das mehr als Kuriose: Der LfS hatte mehrfach klar gemacht, dass er genau diese Variante in seiner Planung nicht weiterverfolgen werde. Das mehr als Komplizierte: Die Stadt Homburg hat sich mit einem so genannten „planfeststellungs-ersetzenden Bebauungsplan-Verfahren“ eine eigene Planungshoheit geschaffen, zumindest in Teilen.



Das mehr als Spannende: Entscheidet sich der Bund als Kostenträger für die deutlich günstigere Variante 1 und beharrt die Stadt auf der deutlich teureren Variante 2, dann könnte es am Ende zu einem Patt und damit zur Variante 0 kommen – dem faktischen Aus für den Anschlussstellen-Neubau, alles würde so bleiben, wie es ist. Bis auf den Umstand, dass der anstehende Ausbau der Anschlussstelle Homburg-Bexbach auf drei Ohren ohne die damit verbundene und eingeplante Entlastung durch einen weiteren Autobahnanschluss auskommen müsste.

In einem Gespräch am Montag fand Bexbachs Bürgermeister Christian Prech hier vor dem Hintergrund der aktuellen Entscheidungslage deutliche Worte für das Abstimmungsverhalten des Homburger Stadtrats und sprach wörtlich von einer „Verzögerungstaktik“ in Homburg. Die bedeute für Klein-
ottweiler, für Bexbach große Probleme, denn damit setze man in der Nachbarstadt eben auch auf die Variante 0. „Die Variante 1 kostet fünf Millionen, die Variante 2 kostet 15 Millionen – laut LfS.“ Dass der Homburg Stadtrat so entschieden habe, wie er entschieden hat, „versteht keiner“, so Prech. Deswegen gehe es nun darum, die Stadt Bexbach klar in dieser Diskussion zu positionieren, damit der neue Autobahnanschluss Homburg-Ost schnell gebaut werde. Prech: „Die Unterlagen gehen jetzt vom LfS nach Saarbrücken, dort muss der Stempel drauf, und von dann geht’s weiter nach Bonn zum Bundesministerium – so Gott will.“

Er selbst, wie Prech im Gespräch deutlich machte, habe sich beim LfS direkt über den aktuellen Stand der Planungen zum Anschlussstellen-Neubau eingehend informieren lassen. Gefragt, ob man sich als Stadt Bexbach im Zuge der langanhaltenden Diskussionen rund um das Bauprojekt mit seinen Anliegen Ernst genommen fühle, war Prechs Antwort eindeutig. „Nein! Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Deswegen machen wir jetzt auch keine Resolution, sondern einen richtigen Beschluss.“

So solle deutlich werden, worum es Bexbach nun gehe: Ein zügiger Bau der Anschlussstelle Homburg-Ost, auf kostenbasis ausgeführt in der Variante 1, „um den Verkehr aus Kleinottweiler rauszuholen. Das ist uns enorm wichtig!“ Prech äußerte auch die Hoffnung, im Zuge der Verfahrens als Stadt gehört zu werden. Wenn der Bund sich allerdings mit seiner Planung durchsetze, dann sei das im Sinne Bexbachs, hier müsse man sich dann nicht weiter äußern. „Die Stadt Homburg hat auch auch noch ein gewisses Wörtchen mitzureden.“ Für die dort beschlossene Lösung mit einer Variante 2 zeigte Prech am Ende des Gesprächs erneut kein Verständnis, „außer, man bevorzugt Variante 0“. Dies würde in Homburg dann zwar nicht die Bürger an der Erbachumgehung belasten, dafür aber die in anderen Lagen der Stadt Homburg - und nicht nur in Bexbachs Stadtteil Kleinottweiler.