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Dreharbeiten am Höcherberg
„Die Motivation kommt ganz von selbst“

Am ersten Drehtag zu den neuen Serien-Folgen ging es im „Polizeirevier“ in Bexbach mächtig eng zu. Regisseur Thomas Scherer (Mitte) behielt trotzdem ohne Mühe die nötige Übersicht.
Am ersten Drehtag zu den neuen Serien-Folgen ging es im „Polizeirevier“ in Bexbach mächtig eng zu. Regisseur Thomas Scherer (Mitte) behielt trotzdem ohne Mühe die nötige Übersicht. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Bereits die erste Staffel von „Unter Tannen“ hat der Mundart-Krimi-Reihe eine kleine Fan-Schar beschert. Nun dreht das Team um Regisseur Thomas Scherer aus Höchen weitere Folgen – und bleibt dabei der Region treu. Von Thorsten Wolf

Wie geht es eigentlich weiter „Unter Tannen“? Diese Frage stellen sich die Fans der saarländischen Mundart-Krimiserie seit Ende 2017. Da wurden die ersten drei Folgen im Saarländischen Rundfunk ausgestrahlt. Für Regisseur Thomas Scherer, ein echter Höcher, und sein Team wurde das Serienprojekt ein großer Erfolg. Und so kam es, dass Scherer den Auftrag für weitere zwei Folgen erhielt.

Von Ende September bis Anfang Oktober wurden die in Szene gesetzt, die Drehorte: Bexbach, Höchen, Reiskirchen, Sanddorf, Wadern und Neunkirchen. Dort wurde die Geschichte der drei Waldarbeiter Paul (Gerhard Polacek), Kalle (Fridolin Sandmeyer) und Boris (Bejo Dohmen), die im saarländischen Forst, eben „Unter Tannen“, einen Geldkoffer finden, weiter erzählt. „Dieser Fund stellt ihr einfaches Leben vollkommen auf den Kopf. Schnell wird dann eine Gruppe zwielichtiger Gestalten auf die Waldarbeiter aufmerksam und sorgt damit für einiges an Chaos. Um den Geldbetrag zurückzuzahlen, müssen die Waldarbeiter fortan verschiedene Aufträge erledigen und bringen sich damit in brenzlige Situationen“ – so die offizielle Kurzbeschreibung des Plots.

Was nun in den weiteren zwei Folgen passiert, das wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten. Immerhin so viel sei gesagt: Es geht hoch her. Beim Drehstart am 22. September in Bexbach konnte man schon so ein bisschen erahnen, dass sich die Serie seit der Pilotfolge Scherers, gedreht im Sommer 2016 und ausgestrahlt beim Max-Ophüls-Festival, entwickelt hat. Vieles ist seitdem eingeübtes Verfahren, eine gute Routine bestimmte schon den Auftakt der Dreharbeiten – trotz der Tatsache, dass es galt, auch neue Teammitglieder zu integrieren. Man hatte sehr schnell den Eindruck, dass alle ziemlich genau wussten, was sie zu tun und was sie zu lassen hatten. Daran hatte natürlich Regisseur Thomas Scherer seinen Anteil, aber auch Produktionsleiter Philipp Christen – als neuer Verantwortlicher am Set.



Vor der ersten Klappe riefen Scherer und Christen die Crew des ersten Drehtags zusammen und schworen sie auf die kommenden Drehtage ein. „Ich halte nicht viel vom langen Drumherum-Reden, weil wir so wenig Zeit am Tag haben. Und wenn man es auf den Punkt bringt, dann kommt man auch schneller zu einem Ergebnis“, gab Christen schon mal die Grundlinie vor. Thomas Scherer seinerseits zeigte sich „sehr guter Dinge. Und ich würde sagen, dass wir jetzt gleich die erste Klappe schlagen“.

Am Rand des Drehstarts fand Thomas Scherer dann noch ein bisschen Zeit, auf gestern, heute und morgen von „Unter Tannen“ zu blicken – auch vor dem Hintergrund, wieder die innere Spannung zu finden, die zum Erfolg der ersten drei Folgen der Serie geführt hat. „Die Motivation kommt eigentlich ganz von selbst. Man hat ein super tolles Team hinter sich, mit dem man sich austauschen kann.“ Mit eben dieser Motivation gings in den Dreh, am ersten Tag hatten die beiden saarländischen Kult-Polizisten von „Recht und Ordnung“, alias Michael Valentin und Heiko Schulz als Werner Ordnung und Helmut Recht, ihren Auftritt in der Kulisse einer „Polizeiwache“ im kleinen Gewerbegebiet Am Butterhügel in Bexbach.

Zehn Tage später und nach der letzten Klappe in der katholischen Kirche in Höchen, war das schon wieder Vergangenheit. Hinter Scherer und dem Team lagen anstrengende Drehtage. „Rückblickend bin ich sehr zufrieden, es war zwar eine anstrengende, aber auch sehr schöne Zeit“, fasste Thomas Scherer die Arbeiten zu den neuen Folgen von „Unter Tannen“ zusammen. „Glück hatten wir vor allem mit dem Wetter, die Sonne schien fast durchgehend - außer am zweiten Tag, da ist der Sturm losgebrochen.“ Besonders anstrengend sei der Dreh in Waderner Kino gewesen. „Dort waren wir drei Tage am Stück und mussten jeden morgen hinfahren.

Aber die Location hat sich gelohnt, das Kino ist wirklich einen Blick wert“, begeisterte sich Scherer für diesen Drehort. Dort habe auch das große Finale stattgefunden, „dafür war extra eine Special-Effects-Crew aus Luxemburg mit dabei, denn da wurden dann „scharf“ geschossen. Das war für mich auch das erste Mal.“ Deswegen, so Scherer, sei dieser Teil für ihn einer der Höhepunkte des diesjährigen Drehs gewesen. „Ansonsten war es einfach wieder eine große Freude mit den Altbekannten zusammenzuarbeiten und die Neuen ins Team aufzunehmen.“ In der Summe sei es gar nicht einfach, alles an Eindrücken zusammenzufassen, „der ganze Dreh ist wie in einem Rausch vorbeigezogen, jetzt gehts an die Sichtung des Materials.“

Letzte Anweisungen vor dem Dreh: Heiko Schulz (links) und Michael Valentin (Mitte) als „Recht und Ordnung“ im Gespräch mit Regisseur Thomas Scherer.
Letzte Anweisungen vor dem Dreh: Heiko Schulz (links) und Michael Valentin (Mitte) als „Recht und Ordnung“ im Gespräch mit Regisseur Thomas Scherer. FOTO: Thorsten Wolf