| 21:40 Uhr

Gelungene Premiere
Neues Jahr, neue Gesichter, neue Ideen

 Gut besucht war der Neujahrsempfang der Stadt Bexbach im Oberbexbacher Volkshaus. 
Gut besucht war der Neujahrsempfang der Stadt Bexbach im Oberbexbacher Volkshaus.  FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Großer Andrang herrschte beim traditionellen Empfang der Stadt Bexbach zum Jahresauftakt. Von Jennifer Klein

Das Volkshaus machte seinem Namen am Freitagabend alle Ehre: In Scharen strömten die Bexbacher zum Neujahrsempfang, zu dem Bürgermeister Christian Prech geladen hatte. Nicht nur die Honoratioren aus Politik, Wirtschaft, Kultur, die Vertreter von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Vereinen standen Schlange am Eingang, sondern auch zahlreiche Bürger waren gekommen. Prech begrüßte jeden am Eingang mit Handschlag, plauderte mit den Gästen und war ganz klar das, was der „man of the Match“ im Fußball ist, der Mann des Abends. Der Empfang solle ein geselliger, ungezwungener Abend sein, der vor allem Gelegenheit zum Gespräch und Sich-Austauschen biete, erklärte er.

Angesichts der parallel stattfinden „Saarhundert“-Eröffnung in Saarbrücken freue er sich umso mehr, dass so viele Gäste gekommen seien, „es wird hier auch nicht so viele Reden geben“, versprach er – „schon allein deshalb, weil ich der einzige Redner bin“, was gleich für Lacher und gute Stimmung im Saal sorgte.

„Vor einem Jahr stand ich selbst hier im Publikum, als Bürger, Kandidat und Blätsch-Präsident“, erinnerte sich Prech zurück an die Zeiten des Wahlkampfes. Der Rest ist Geschichte: Die Bürger entschieden sich für den Wechsel, nun steht Prech „am Steuerrad“, wie er sagte. Herzlicher Dank ging an die Mitarbeiter der Verwaltung ebenso wie an die Stadtratsmitglieder. Gemeinsam mit den Beigeordneten Benjamin Schappé und Thomas Pfaff und dem Stadtrat (auch hier gebe es viele neue Gesichter) sei man „auf einem guten Weg“, „wir werden gemeinsam rackern für Bexbach“. In den ersten Sitzungen sei viel zu bearbeiten und zu entscheiden gewesen – Stichwort Utopion-Gelände –, „aber eins sollte nicht auf der Strecke bleiben, nämlich das Menschliche. Man kann sich streiten und diskutieren, auch emotional, aber danach sollte man sich immer noch in die Augen sehen können“, so Prech – dafür gab’s spontanen Applaus aus dem Publikum.



Sein 100-Tage-Programm habe er umgesetzt, zog Prech Bilanz. Die erste Bürgersprechstunde etwa war binnen weniger Stunden „ausgebucht“. Bürgernähe, Kommunikation und Information seien ihm ein Anliegen. „Deshalb informiere ich über Kanäle wie Facebook, Instagram und die Homepage der Stadt“. Das Feedback sei sehr gut.

Mit Claudia Stein gibt es nun für Vereine und Hilfsorganisationen eine Ansprechpartnerin für das Thema „Ehrenamt“. Ein Beschwerdemanagement (das Formular dazu gibt es in den Dienststellen der Stadtverwaltung und auf der Homepage) soll dazu beitragen, dass Anliegen der Bürger schneller bearbeitet werden. Ordnungsamt und Baubetriebshof kümmern sich an festen Tagen verstärkt um Sauberkeit in Bexbach – „die Ortsteile werden folgen“, versprach er. Auch die „Lichtraumprofile“, sprich die Ausleuchtung in der Stadt, soll auf den Prüfstand.

Neue Ideen sind gefragt für das Cityfest, das wegen der hohen Kosten nicht mehr in der bisherigen Form durchzuführen sei. Hier sind die Bürger und Vereine dazu aufgerufen, sich mit Vorschlägen einzubringen. „Ein bürgerschaftliches Fest soll es werden“, so Prech, „von Bexbachern für Bexbacher“. Termin der Versammlung ist diesen Mittwoch, 15. Januar, 18 Uhr, im Volkshaus.

Apropos Fest. Das Jubiläum 800 Jahre Bexbach wurde im Wahlkampfjahr 2019 nicht gefeiert. „Das wird 2020 nachgeholt, zusammen mit der Feier zu 50 Jahre Stadtrechte.“ Termin soll der 3. Oktober sein. Und noch ein Fest steht an: 40 Jahre Städtepartnerschaft mit Goshen. „Diese runden Geburtstage sollen dazu dienen, die Identität Bexbachs zu schärfen, das kulturelle Erbe der Stadt zu feiern und den Blick mit viel Optimismus nach vorn zu richten.“

  Das Bexbacher Cityfest (hier ein Archivbild von der Festmeile) soll neu konzipiert werden.
Das Bexbacher Cityfest (hier ein Archivbild von der Festmeile) soll neu konzipiert werden. FOTO: Thorsten Wolf

Es gibt viel zu tun, wie der weitere Ausblick bewies: Die Abnahme des Kulturbahnhofs als neue Veranstaltungsstätte steht im Februar an, „ich könnte mir dort gut Lesungen, kleine Konzerte vorstellen, oder auch ein Gin- oder Whisky-Tasting“. Die Sanierungsarbeiten im Programm „Aktive Stadt“ werden weitergeführt, hier stehen als nächstes an die Fertigstellung der Rathausstraße, die Umgestaltung des Aloys-Nesseler-Platzes und der Neubau des Hauses in der Schwalbengasse. Bis sich in Sachen Höcherberghalle etwas tut, wird es noch dauern, wie Prech auf Nachfrage sagte. Das benötigte Gelände sei gekauft, aber die Maßnahme müsse europaweit ausgeschrieben werden, bis also der Abriss starten kann und danach der Neubau, wird es wohl Sommer werden.

Der Haushalt soll noch vor Ostern unter Dach und Fach gebracht werden. „Wir haben es geschafft, den 6. Tag der Städtebauförderung nach Bexbach zu lotsen“, freute sich Prech, Termin ist der 16. Mai. „Es kommt also keine Langweile auf.“

Und der Bürgermeister hielt Wort, seine Rede war, wie angekündigt, kurz und knackig, und wurde mit viel Applaus belohnt. Danach wandte man sich bei Sekt und Cocktails  wieder den Gesprächen zu. Themen gab es schließlich genug.

www.bexbach.de