| 20:46 Uhr

Die Blätsch
Abschied von der närrischen Tanz-Bühne

Jugend-Tanzmariechen Franziska Prech begeisterte am Samstag scheinbar schwerelos mit ihrem wunderbaren Mariechentanz die Gäste der großen Prunk- und Galasitzung der Bexbacher Blätsch.
Jugend-Tanzmariechen Franziska Prech begeisterte am Samstag scheinbar schwerelos mit ihrem wunderbaren Mariechentanz die Gäste der großen Prunk- und Galasitzung der Bexbacher Blätsch. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Bei der Prunksitzung der Bexbacher Blätsch traten Celine End und Ramona Weichsel zum letzten Mal als Tanz-Duo auf.

Ein volles Haus in der Höcherberg-Halle, wie immer bestens aufgelegte Tanzgarden und Tanzsolisten – die Bexbacher Blätsch lieferte am Samstag bei ihrer großen Prunk- und Galasitzung genau das, was man vom Verein im besten Sinne erwarten kann. Also alles wie immer und wie immer gut? Nein und Ja. Denn es war vor allem ein sehr emotionaler Moment auf der Bühne, der den Gästen vom Samstag auch in Erinnerung bleiben wird: der Abschied von Ramona Weichsel und Celine End, nach zwölf Jahren furiosen Tanzdarbietungen. Neun Jahre als „Unisex-Tanzpaar“, drei weitere als Quartett zusammen mit Blätsch-Vizepräsident Dennis Beinhorn und Philipp Weis haben Blätsch-Geschichte geschrieben, die atemberaubend akrobatischen Vorführungen der beiden Tänzerinnen waren in jeder Session einer der unbestrittenen Höhepunkte im Programm der Bexbacher Karnevalisten. Und nun hieß es am Samstag unter Tränen Abschied nehmen. Nachdem Weichsel, End, Beinhorn und Weis zum letzten Mal die Bühne gerockt hatten, wandten sich die beiden Ausnahmetänzerinnen ans Publikum. „Ihre liewe Leit, es is soweit – vorbei is unser Tänzerzeit. Jedoch wolle mer euch net verlasse, ohne die letschte zwölf Johr ganz kurz zusammen zu fasse“, begann Celine End den Büttenreden-reifen Dialog mit ihrer kongenialen Partnerin Ramona Weichsel. Gemeinsam blickten die beiden auf ihre Bühnen-Karriere als Duett und Quartett zurück und vergaßen auch nicht, sich bei vielen in der Blätsch zu bedanken, allen voran beim früheren Blätsch-Präsidenten Stefan Besche, durch den das Unisex-Tanzpaar überhaupt erst entstanden sei.

Doch waren es nicht Tränen, die am Samstag im Mittelpunkt der großen Blätsch-Sitzung standen, sondern vor allem Staunen, Staunen über einen Verein, der auch in diesem Jahr wieder bewies, dass der karnevalistische Tanz im Vereins-Portfolio ganz oben angesiedelt ist.

Der Beweis: Jürgen Wagner, dem ehemaligen Blätsch-Sitzungspräsidenten fiel auch in diesem Jahr wieder die Moderation der Sitzung zu, konnte sage und schreibe 16 Tanzvorführungen ankündigen, Marschtänze, Schautänze, Mariechen-Tänze. Und einen ganz besonderen Höhepunkt hatte die Blätsch da schon an den Anfang des Abends gestellt: den gemeinsamen Marschtanz-Auftritt der Minigarde, der Jugendgarde und der Juniorengarde. Da versammelten sich zum Schlussbild 33 Tänzerinnen vor dem Elferrat mit Blätsch-Präsident Prech und dem Prinzenpaar Prinz Andreas III von Sach und Verstand und Prinzessin Alexandra II.



Stichwort Prech: Eben Christian Prech hatte am Samstag als noch recht neuer Präsident der Blätsch seine Sitzungsprämiere. Und die meisterte er locker und souverän. Allerdings bekam er in Sachen Publikumszuspruch aus der eigenen Familie ziemliche Konkurrenz, denn Töchterchen Franziska Prech bewies mit einem gefeierten Auftritt, welches Talent sie als aktuelle Jugendmariechen ist. Was am Samstag nicht zum ersten Mal berührte, das war Jürgen Wagners ausgesprochen respektvoller, immer aber auch witziger Umgang mit den Aktiven, da gab‘s keine knappes „Rauf auf die Bühne, runter von der Bühne“, immer wieder nahm sich Wagner Zeit und stellte die Bühnenakteure in seiner unverwechselbaren Art und Weise den Gästen vor.

Bei gerade mal vier geplanten Büttenreden über den Abend verteilt machte die Blätsch deutlich, das sie nicht „nur“ eine Karnevals-Gesellschaft von Rang in der Region ist, sondern das sie auch ein überaus erfolgreicher und dementsprechend aktiver Tanzsportverein ist.

Davon kündete der ganze Abend: Mitreißende Marschtänze, aufwendige und phantasievolle Schautänze, so der der Präsidenten-Garde, die mit „Horst Schlemmer“ einen Parforce-Ritt durch die Musikwelt auf die Bühne brachten, von Madonna und Tina Turner über AC/DC bis Madonna. Nun bleibt nur noch zu fragen, wo die Blätsch ihr buchstäblich ausladendes Bühnen-Tanzprogramm präsentieren wird – in der Zeit, wenn das „Wohnzimmer“, sprich die Höcherberg-Halle entweder aufwendig saniert oder gar abgerissen wird.

Für Ramona Weichsel und Celine End hieß es am Samstag Abschied nehmen von der großen Bühne, da flossen dann auch ein paar Tränen.
Für Ramona Weichsel und Celine End hieß es am Samstag Abschied nehmen von der großen Bühne, da flossen dann auch ein paar Tränen. FOTO: Thorsten Wolf
(thw)