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Drei ältere Damen um Geld und Gold gebracht
Falsche Polizistin zockt Seniorinnen ab: Haft

Darmstadt/Mainz.

Mit einer miesen Masche haben Betrüger ältere Menschen um Geld und Gold gebracht: Am Telefon gaben sie sich als Polizisten aus und brachten ihre Opfer dazu, einer angeblichen Beamtin die Wertsachen zu übergeben. Doch die echte Polizei konnte die Trickbetrügerin fassen – am Montag hat das Amtsgericht Darmstadt die 35-Jährige wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt.

Die zweifache Mutter hatte ein Geständnis abgelegt. Demnach gab sie sich in drei Fällen gegenüber älteren Damen als Polizistin aus, damit diese ihr Geld, Münzen und Goldbarren aushändigen. Betrüger hatten zuvor von einem Call-Center in der Türkei aus bei den Opfern angerufen und sie in perfektem Deutsch überredet, etwa zum Schutz vor Einbrecherbanden die Wertsachen bei der Autobahnpolizei einzulagern und dafür einer Beamtin zu übergeben.

Der Anklage zufolge hatte in einem Fall ein Opfer aus Heidesheim bei Mainz sein Bankschließfach geleert und der Frau Goldbarren und Münzen im Wert von rund 152 000 Euro überreicht. Bei einem Betrugsversuch mit einem Opfer aus Darmstadt konnte die eingeschaltete Polizei die Frankfurterin bei der Übergabe festnehmen. Sie saß von Anfang März an in Untersuchungshaft. Das Gericht setzte den Haftbefehl gestern bis zum Strafantritt in vier bis sechs Wochen aus.



Zugunsten der Angeklagten, die als Leiterin eines Fitnessstudios zwischen 2000 und 7000 Euro im Monat verdiente, wertete die Kammer ihre Aussagen zu dem Call-Center und den Hintermännern in der Türkei. Dass die Angeklagte „bei so einer Schweinerei“ mitgemacht habe, nannte der Richter „völlig grotesk“ angesichts ihres geregelten Lebens und ihres guten Einkommens. Warum die Deutsche mitmachte, sagte sie nicht. Den Ermittlern zufolge war sie seit mehreren Jahren mit einem der Hintermänner befreundet.

Staatsanwalt Nico Kalb sagte nach Ende des Verfahrens, der Erfolg der Masche basiere darauf, den Respekt der Senioren vor der Obrigkeit auszunutzen. „Und im Alter lässt die Widerstandskraft nach.“

(dpa)