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Brandunglück
Feuer mit fünf Toten – Experten begutachten Brandort

  Die Feuerwehr kämpfte gegen den Brand in einem Mehrfamilienhaus. Einige Bewohner konnten sich retten. Doch fünf Menschen kamen tragisch ums Leben. Als Ursache wird ein technischer Defekt – oder Fahrlässigkeit – vermutet.
Die Feuerwehr kämpfte gegen den Brand in einem Mehrfamilienhaus. Einige Bewohner konnten sich retten. Doch fünf Menschen kamen tragisch ums Leben. Als Ursache wird ein technischer Defekt – oder Fahrlässigkeit – vermutet. FOTO: dpa / ---
Lambrecht/Ludwigshafen. Auf das Brandunglück von Lambrecht folgt eine Welle der Solidarität für Familien aus dem Haus. Noch sind viele Fragen offen.

Nach dem Feuer mit fünf Toten im pfälzischen Lambrecht wollten sich Experten gestern den Brandort anschauen. Das sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen. Wann Ergebnisse vorliegen, war zunächst nicht klar. Geplant war am gestrigen Montag auch die Obduktion der fünf Toten. Unterdessen übertraf eine Spendenaktion für drei Familien aus dem Haus nach Angaben der Kommune alle Erwartungen. Die Familien sind mittlerweile in anderen Wohnungen untergebracht oder bekommen bald eine neue Bleibe.

Das Feuer in dem viergeschossigen Gebäude war in der Nacht zum Freitag vermutlich in der Küche einer Dachgeschosswohnung ausgebrochen. Bislang wird als Ursache ein technischer Defekt oder Fahrlässigkeit vermutet. Die fünf Toten wurden laut Feuerwehr im Schlafzimmer gefunden. Bei zwei Opfern haben Polizei und Staatsanwaltschaft bereits bestätigt, dass es sich um Männer aus Polen im Alter von 43 und 54 Jahren handelt. Die Identität der anderen Toten – zwei Frauen und ein Mann – ist noch ungeklärt.

Laut Feuerwehr gab es in der Dachgeschosswohnung nach bisherigen Erkenntnissen keine Rauchmelder, auch das wollten die Experten bei ihrer Begehung prüfen – sofern sich das noch feststellen lasse, sagte die Polizeisprecherin weiter.



Insgesamt waren in dem Gebäude 23 Menschen polizeilich gemeldet. Die anderen Bewohner hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können. Eine Familie mit vier Kindern sei am Montag in eine Wohnung in Lambrecht gezogen, sagte die erste Stadtbeigeordnete, Tanja Bundenthal-Beck, der Deutschen Presse-Agentur. Eine zweite Familie - ebenfalls mit vier Kindern, darunter ein Baby - sei derzeit noch bei Bekannten und ziehe voraussichtlich am Mittwoch in eine Stadtwohnung.

Bei der dritten Familie handele es sich um ein Ehepaar mit vier Kindern, die teilweise im Jugendlichenalter seien. Sie seien derzeit noch in einer Wohnung in der Nachbargemeinde Lindenberg. Auch für sie werde nach einer ausreichend großen Bleibe in Lambrecht gesucht.

Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei immens groß gewesen, sagte Bundenthal-Beck. Es seien etwa Kleidung und Hausrat gespendet worden, ein Hotel in Deidesheim habe Bettwäsche und Handtücher gegeben. „Das hat alle unsere Erwartungen übertroffen, wir wurden wirklich überrannt“, sagte die Stadtbeigeordnete. Es sei so viel zusammengekommen, dass einiges am kommenden Samstag bei einem Flohmarkt in der Turnhalle der Lambrechter Grundschule verkauft werde. „Der Erlös geht dann zu 100 Prozent an die Familien“, sagte Bundenthal-Beck.