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Nach zweitem Coronafall
Rheinland-Pfalz überarbeitet Pandemie-Plan

 Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den Coronavirus. In 80 Prozent aller Fälle verläuft eine Infektion glimpflich, etwa 15 Prozent erkranken aber an der Lungenkrankheit Covid19.  Foto: CDC/dpa
Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den Coronavirus. In 80 Prozent aller Fälle verläuft eine Infektion glimpflich, etwa 15 Prozent erkranken aber an der Lungenkrankheit Covid19. Foto: CDC/dpa FOTO: dpa / Center for Disease Control
Kaiserslautern/Mainz. Bei nunmehr zwei Patienten in Rheinland-Pfalz ist das Coronavirus festgestellt worden. Das Land hat daher seinen Pandemie-Plan angepasst. Es sieht sich vorbereitet. dpa

Noch ist die Zahl der Coronavirus-Fälle in Rheinland-Pfalz überschaubar, doch auf vielen Ebenen laufen Vorbereitungen für einen größeren Ausbruch. Das Land schärfte seinen Pandemie-Plan nach, wie Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz berichtete. Dabei ging es laut Ministerium etwa um mögliche Isolierungen von Patienten im ambulanten Bereich und wer bei steigenden Fallzahlen stationär aufgenommen werden soll. Alles in allem sieht sich das Land gut vorbereitet, auch Vertreter des Gesundheitswesens warnten von Panik.

Der zweite nachgewiesene Fall eines an dem Virus Sars-CoV-2 Erkrankten im Land kam am Donnerstag im Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern dazu. Dorthin war ein Mann mit Symptomen gekommen, der der Ministerin zufolge bis vor kurzem im Iran gewesen war und dort Kontakt mit einer „symptomatisch auffälligen Person“ gehabt hat. Der Mann sei Jahrgang 1988, weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Einen Tag zuvor war das Virus bei einem 41 Jahre alten Soldaten im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz festgestellt worden. Einem Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zufolge fühlt der Mann sich nicht krank, muss aber in der Klinik bleiben, bis er virenfrei ist. Derweil läuft die Suche nach Kontaktpersonen weiter.



Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist das Coronavirus tödlicher als die Grippe. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe zu sterben, liege bei 0,1 bis 0,2 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Nach den bisher bekannten Zahlen liegt die Rate beim Virus Sars-CoV-2 fast zehnmal so hoch - bei ein bis zwei Prozent. 80 Prozent der Infizierten hätten nur milde Symptome, doch 15 Prozent erkrankten schwer an der Lungenerkrankung Covid-19.

Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten und Sprechen. Eine Ansteckung über Oberflächen gilt weiter als unwahrscheinlich.

Bätzing-Lichtenthäler sagte, die Taskforce zum Coronavirus sei nochmal erweitert worden, arbeite ressortübergreifend. Es gebe regelmäßige Telefonschalten mit den Gesundheitsämtern im Land und eine 24-Stunden-Rufbereitschaft. Ab Freitag neun Uhr werde eine Hotline für Bürger mit Fragen zum Coronavirus freigeschaltet, kündigte die Ministerin an. Sie werde montags bis donnerstags von neun bis 16 Uhr und freitags von neun bis zwölf Uhr erreichbar sein. Eine vergleichbare Hotline gibt es ab Freitag auch im Saarland.

Dass die Zahl der Coronavirus-Patienten auch in Rheinland-Pfalz steigen wird, da sind sich die Verantwortlichen einig. „Das wird kommen“, sagte Pfeiffer. Patienten mit leichten Symptomen könnten aber auch zuhause behandelt und isoliert werden. An der Mainzer Uniklinik werden insgesamt 17 Betten in Isolierzimmern vorgehalten, mit doppelten Schleusen und Luftabsaugung.