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Mainz und Umland besonders betroffen
Autofahrer von Schnee und Glätte behindert: Sturm zieht auf

 Schnee und Eis behinderten gestern Morgen wie hier auf der Autobahn A3 im Westerwald den Verkehr in Rheinland-Pfalz und im Saarland.
Schnee und Eis behinderten gestern Morgen wie hier auf der Autobahn A3 im Westerwald den Verkehr in Rheinland-Pfalz und im Saarland. FOTO: dpa / Thomas Frey
Mainz. Für viele Autofahrer in Rheinland-Pfalz und im Saarland kam gestern der morgendliche Schneefall überraschend. Glatte Straßen führten zu Unfällen.

Den ein oder anderen Autofahrer hat das Schneetreiben im morgendlichen Berufsverkehr überrascht. In Rheinland-Pfalz traf es das Mainzer Umland am schwersten. Von „schlagartig“ eintreffenden Meldungen sprach die Polizei gestern Morgen. Im Westerwald und im Hunsrück sei es ebenfalls zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Grund waren vereiste Straßen. Unfälle habe es keine gegeben, genauso wenig wie im Raum Trier.

Die Mainzer Polizeidirektion hatte gestern die meiste Arbeit. Sie verzeichnete eigenen Angaben zufolge zwischen sieben und 12.30 Uhr morgens gleich 71 Unfälle im Umland. Schwere Schäden seien nicht darunter gewesen. Es habe nur leichte Verletzungen gegeben. Auch auf den Fernverkehr wirkte sich der Schnee aus. Auf den Autobahnen A 3, A 6, A 61 und A 63 kam es laut Polizeiangaben teils zu stockendem Verkehr, teils zu langen Staus.

Am Berganstieg der A 61 in den Soonwald hingen zwischen Mainz und Koblenz Lastwagen in langen, lückenlosen Schlangen fest. Auf der Höhe Rheinböllen habe sich der Verkehr zwischenzeitlich auf etwa zehn Kilometer gestaut. Die Polizei sprach von einem Unfall mit einem Auto und einem Lastwagen, bei dem sich niemand schwer verletzt habe. Nach dem Schneefall habe sich die Lage auf allen Strecken langsam wieder entspannt.



Auf der A 63 kollidierte den Angaben zufolge in Höhe von Wörrstadt ein Auto mit einem Lastwagen auf schneeglatter Fahrbahn. Der Fahrer hatte laut Polizei die Autobahn in falscher Richtung auf dem Seitenstreifen verlassen wollen. Er war den Angaben zufolge mit Sommerreifen unterwegs und wurde nur leicht verletzt. Vergleichsweise ruhig war es in der Westpfalz. Auf der A 6 in der Nähe von Kaiserslautern habe es am Morgen lediglich immer mal wieder Rückstaus wegen überfrierender Nässe gegeben.

Auch im Saarland störte das Wetter den Verkehr teils erheblich. Bei einem Unfall auf der A 6 wurde gestern am frühen Morgen der 65 Jahre alte Fahrer eines Transporters schwer verletzt. Der Mann war zu schnell zwischen St. Ingbert und dem Kreuz Neunkirchen unterwegs und kam von der rutschigen und feuchten Fahrbahn ab, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.

Das Fahrzeug schleuderte über 100 Meter weit über die Standspur, geriet schließlich in den Grünstreifen und prallte gegen einen Baum. Durch den Aufprall kippte der Transporter auf die Seite. Die Autobahn war zeitweise gesperrt.

Auf der A 623 kippte nahe dem Autobahndreieck Friedrichsthal ein Lebensmitteltransporter um. Weil der 18-Tonner die Fahrbahn blockierte, wurde die Autobahn am Mittwochmorgen in beide Richtungen gesperrt. Der Lastwagen sei ins Schleudern gekommen und gegen die Mittelschutzplanke geprallt, teilte ein Polizeisprecher mit. Grund sei die eisglatte Fahrbahn gewesen.

Der Fahrer wurde bei dem Unfall zwischen Sulzbach und Altenwald leicht verletzt. Die Bergung war aufwendig, da die Lebensmittel erst abgeladen werden mussten. Später stand das Fahrzeug zwar wieder, da aber Kraftstoff ausgelaufen war, musste die Fahrbahn zunächst gereinigt werden. Wie ein Polizeisprecher weiter sagte, musste die Autobahn an der Unfallstelle in beide Fahrtrichtungen zunächst gesperrt bleiben. In Richtung Saarbrücken hatte sich ein Stau gebildet.

Am heutigen Donnerstag wird ein Sturmtief das Wetter in Rheinland-Pfalz und dem Saarland bestimmen. Der DWD warnt vor starkem bis stürmischem Wind. Verbreitet müsse sogar mit Sturmböen und schweren Sturmböen gerechnet werden. In Gipfellagen seien orkanartige Böen möglich. Zum Abend hin beruhige sich die Lage wieder. Zuvor sei von teils kräftigem Regen auszugehen, der in Hochlagen in Schnee übergehe. Auch am Samstag sei mit leichtem Schneefall zu rechnen.