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Häftling soll sich an Besucherin vergangen haben
Anklage gegen mutmaßlichen Vergewaltiger im Besuchsraum des Diezer Gefängnisses

Die Justizvollzugsanstalt in Diez. Hier soll ein Häftling seine Frau im Besucherraum im Beisein der beiden Kinder vergewaltigt haben.
Die Justizvollzugsanstalt in Diez. Hier soll ein Häftling seine Frau im Besucherraum im Beisein der beiden Kinder vergewaltigt haben. FOTO: Thomas Frey / dpa
Koblenz. Nach dem spektakulären mutmaßlichen Angriff eines Häftlings im Diezer Gefängnis auf seine Ehefrau hat ihn die Staatsanwaltschaft Koblenz wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes angeklagt. Auch gefährliche Körperverletzung und Nötigung im Beisein der beiden kleinen Kinder der Frau wirft sie ihm vor, wie der Leiter der Anklagebehörde, Harald Kruse, am gestrigen Montag mitteilte.

Nach dem spektakulären mutmaßlichen Angriff eines Häftlings im Diezer Gefängnis auf seine Ehefrau hat ihn die Staatsanwaltschaft Koblenz wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes angeklagt. Auch gefährliche Körperverletzung und Nötigung im Beisein der beiden kleinen Kinder der Frau wirft sie ihm vor, wie der Leiter der Anklagebehörde, Harald Kruse, am gestrigen Montag mitteilte.

Laut Anklage bedrohte der Häftling am 2. November 2017 im Besuchsraum des Gefängnisses seine Frau, die sich von ihm habe trennen wollen, mit einer Porzellanscherbe. Diese sei an einem Stück Plastik befestigt gewesen. Dann habe er die Kleidung seiner Ehefrau mit dem Kopf eines Einwegrasierers zerschnitten und sie zu Sex gezwungen.

Als sie dem Gefangenen der Anklage zufolge sagte, ihn nicht mehr besuchen zu wollen, habe er sie gewürgt, ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihre Halskette zerrissen. Dann habe er „in Tötungsabsicht“ mit der Porzellanscherbe auf ihre Schläfe, ihren Hals und ihre Brust eingestochen. Auch habe er dem kleinen Sohn seiner Frau den Arm auf den Rücken gedreht.



Ein Mitgefangener versuchte laut Anklage, den Häftling an weiteren Stichen zu hindern. Daraufhin habe der Angeschuldigte auch auf ihn eingeschlagen und danach getrachtet, ihn zu stechen.

Das Landgericht Koblenz hat noch kein Hauptverfahren eröffnet und keinen Prozessauftakt bestimmt. Die mutmaßliche Vergewaltigung im Gefängnis hatte Wellen bis in die rheinland-pfälzische Landespolitik geschlagen.