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Angriff auf Unparteiischen
Nach roter Karte: Fußballer jagt Schiedsrichter übers Spielfeld

 Beim Bezirksligaspiel Riegelsberg gegen Dudweiler sah ein Spieler am Sonntag erst die Rote Karte – und dann völlig rot.
Beim Bezirksligaspiel Riegelsberg gegen Dudweiler sah ein Spieler am Sonntag erst die Rote Karte – und dann völlig rot. FOTO: dpa / Peter Steffen
Dudweiler. Ein Fußballer sieht im Spiel der Bezirksliga Saarbrücken die rote Karte und dreht daraufhin durch. Nach dieser jüngsten Attacke im Saar-Fußball greifen neue Regeln. Von Matthias Zimmermann

Erneuter Zwischenfall im Saar-Fußball: Wieder ist ein Schiedsrichter angegriffen worden. Diesmal jagte am vergangenen Sonntag ein aufgebrachter Spieler einen Schiedsrichter übers Feld. Das berichtet der 1. FC Riegelsberg auf seiner Facebookseite.

 In diesem Spielbericht weist der 1. FC Riegelsberg auf die jüngste Attacke auf einen Schiedsrichter im Saar-Fußball hin.
In diesem Spielbericht weist der 1. FC Riegelsberg auf die jüngste Attacke auf einen Schiedsrichter im Saar-Fußball hin. FOTO: Matthias Zimmermann

Demnach war es während einer Partie in der Bezirksliga Saarbrücken zu der Attacke gekommen. Riegelsberg war mit der zweiten Mannschaft zu Gast beim ASC Dudweiler. Beim Stand von 0:2 für die Gäste kam es auf dem Spielfeld zum Streit zwischen Kickern, was gleich mehrere rote Karten zur Folge hatte. Ein Dudweiler Spieler, der ebenfalls rot gesehen hatte, soll nach dem Bericht nun den Unparteiischen angegangen haben. Er schubste ihn, „wollte ihm sichtlich an den Kragen“, heißt es weiter. Der Aufgebrachte habe den Schiri über den Platz verfolgt, der darauf Schutz bei einem Ordner suchte. Dieser habe ihn in die Kabine geleitet.



Bernd Beres, der zuständige Kreisschiedsrichter-Obmann Südsaar, bestätigte den Vorfall. Er widersprach indes Mediendarstellungen, wonach sein Kollege zu Boden gegangen sein soll. Die Begegnung sei daraufhin kurz vor Ende der ersten Halbzeit abgebrochen worden.

Als Konsequenz der Zwischenfälle im Vorfeld, bei denen Schiedsrichter sich Angriffen ausgesetzt gesehen haben, sei sich sofort um den Unparteiischen gekümmert worden, versicherte Beres. „Er wurde sofort betreut.“ Als weiteres verfassten die Verantwortlichen umgehend Berichte über den neuerlichen Vorfall für das Sportgericht. Auch das sei nach den Zwischenfällen der vergangenen Wochen nun Standard.

Wegen ähnlicher Übergriffe auf Schiris im Saar-Fußball hatten diese Mitte September aus Protest ein Wochenende komplett gestreikt, keine Spiele gepfiffen. Darauf mussten die Begegnungen abgesagt werden. Letztlich war der Angriff auf einen Kollegen während einer C-Jugendpartie in Merzig-Brotdorf am 24. August Auslöser für den Ausstand. Damals musste der Unparteiische ins Krankenhaus.

Wie und ob der Endstand 0:2 für Riegelsberg vom Sonntag gezählt wird, habe das Sportgericht des Saarländischen Fußballverbands (SFV) nun zu befinden. Wann es sich damit befasst, ist noch unklar. Nach Beres’ Auskunft stehe ein Termin noch aus. Er rechnet mit einer Entscheidung in den kommenden vier Wochen. Gefahr sei jedenfalls nicht im Verzug, da der beschuldigte Spieler ohnehin mit der roten Karte, die er vor dem Angriff wegen eines anderen Übergriffs auf einen Riegelsberger Fußballer gesehen hatte, gesperrt sei.

Unterdessen greift eine Ankündigung des saarländischen Sportministers Klaus Bouillon (CDU). Er hatte den Schiedsrichtern seine Unterstützung bei der Strafverfolgung zugesagt. Er kündigte vor einigen Wochen an, einen Polizisten zu benennen, der sich vorrangig um derartige Fälle kümmert. Dieser Kontaktpolizist sollte zudem einen Ansprechpartner bei der Staatsanwaltschaft erhalten, der vorrangig diese Fälle bearbeiten soll.