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Infekt als Ursache?
40 Kinder aus Rheinland-Pfalz bei Ferienfreizeit erkrankt

Mehrere Krankenwägen stehen vor einer Ferienanlage am Dümmer See. In der Jugend- und Freizeiteinrichtung  sind Kinder aus Rheinland-Pfalz erkrankt.
Mehrere Krankenwägen stehen vor einer Ferienanlage am Dümmer See. In der Jugend- und Freizeiteinrichtung sind Kinder aus Rheinland-Pfalz erkrankt. FOTO: dpa / -
Damme. Eigentlich wollten die Messdiener aus Rheinland-Pfalz einige schöne Tage am Dümmer See verbringen – doch für einige endete die Jugendfreizeit mit Übelkeit und Erbrechen im Krankenhaus. Die gute Nachricht: Eine ernste Gefahr besteht nicht.

Für mehr als 40 Kinder und Betreuer einer Messdiener-Gruppe aus Rheinland-Pfalz ist eine Jugendfreizeit in Niedersachsen auf der Krankenstation zu Ende gegangen. Die Messdiener aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis wurden mit Übelkeit und Erbrechen in mehrere Kliniken eingeliefert. „Kein Kind ist jedoch ernsthaft gefährdet“, sagte der Sprecher des Landkreises Vechta, Jochen Steinkamp. Zwischenzeitlich hätten einige Kinder das Krankenhaus verlassen können. Einige seien bereits auf dem Heimweg. Die Ursache für die Erkrankung war am Freitag zunächst weiter unklar.

Derzeit würden Blut- und Stuhlproben der erkrankten Kinder ausgewertet und Lebensmittelproben aus dem Jugend- und Freizeitzentrum am Dümmer See analysiert, hieß es. Mit Untersuchungsergebnissen werde frühestens Sonntag gerechnet. „Das derzeitige Bild deutet jedoch auf eine Infektionskrankheit hin“, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises. Die Betroffenen sind den Angaben zufolge im Durchschnitt 14 Jahre alt.

Am Donnerstag hatten viele Kinder und Jugendliche der Freizeitgruppe über Übelkeit, Durchfall und Erbrechen geklagt. Bei einem Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften waren sie in die Krankenhäuser Vechta, Lohne und Damme sowie in umliegende Krankenhäuser in Ostercappeln, Bramsche und Diepholz und ins Klinikum Osnabrück sowie die Kinderklinik des Marienhospitals in Osnabrück gebracht worden. Notärzte und die Polizei waren ebenfalls zur Stelle.



Im dem auch als „Dümmer Heim“ bekannten Zentrum wurden in Begleitung der Gesundheitsaufsicht des Kreisgesundheitsamtes bereits umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen umgesetzt. Die Anlage gehört zum Kreis Vechta und wird von Jugendgruppen, Jugendverbänden, Familiengruppen und Schulen für unterschiedliche Aktivitäten, wie Seminare, Kreativworkshops oder Freizeiten genutzt. Das Haus verfügt über 160 Plätze. Zum Einsatzzeitpunkt waren rund 120 Menschen in der Einrichtung. Die nicht erkrankten Gäste blieben zunächst in dem Zentrum. Es sei ihnen überlassen worden, ob sie frühzeitig abreisen, teilte der Landkreis mit.

Zu einem ähnlichen Vorfall war es zuvor in einer Ferienanlage im thüringischen Rauenstein bei Sonneberg gekommen. Dort waren 45 Schüler und Betreuer an Norovirus erkrankt, die Kinder waren aus Frankfurt und Berlin. Ein Klinikum im nahen Coburg (Bayern) habe den Verdacht bestätigt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Sonneberg.

Das Norovirus ist sehr leicht übertragbar. Es gehört zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall und kommt oft in Alten-, Pflege- und Kinderheimen vor. Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden. Sie verursachen Übelkeit, Durchfälle und Erbrechen, oft gepaart mit Bauchschmerzen und Mattigkeit. Todesfälle allein durch das Virus sind selten. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

(dpa)