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Bei Aushubarbeiten für Büroensemble im neuen Stadtviertel Zollhafen
2000 Jahre alte Amphoren in Mainz entdeckt

45 antike Amphoren sind bei Erdarbeiten im neuen Mainzer Stadtteil Zollhafen entdeckt worden.
45 antike Amphoren sind bei Erdarbeiten im neuen Mainzer Stadtteil Zollhafen entdeckt worden. FOTO: dpa / LBBW Immobilien
Mainz. Bauarbeiter haben rund 2000 Jahre alte Amphoren in Mainz entdeckt. Archäologen legten 45 tönerne Gefäße bei Aushubarbeiten für ein geplantes Büroensemble im neuen Stadtviertel Zollhafen frei, wie der Projektentwickler LBBW Immobilien am gestern mitteilte.

Landesarchäologin Marion Witteyer erklärte, „dass wir es bei den Amphoren mit einem außerordentlichen Fund aus römischer Zeit zu tun haben, der auf eine Siedlung in unmittelbarer Rheinufernähe aus der Zeit um Christus Geburt hindeutet“.

Die wohl in mehreren Phasen entstandenen einstigen Holzbauten haben laut LBBW Immobilien deutliche Spuren im Rheinsand hinterlassen. Von aus Fässern gebauten Brunnen seien noch die Dauben (Längshölzer) erhalten. Der nasse Untergrund habe das Holz sehr gut konserviert.

Die lehmfarbenen Amphoren, in denen Öl, Wein und Fischsauce aus dem Mittelmeerraum nach Mainz transportiert worden waren, wurden den Angaben zufolge anschließend wohl als Baumaterial in der vermuteten Siedlung verwendet, um deren nassen Baugrund trocken zu legen und zu stabilisieren. Viele der großenteils unversehrten Amphoren tragen Aufschriften mit Angaben zum Inhalt sowie dessen Qualität und Herkunft.



Die antiken Gefäße kamen nun für weitere Untersuchungen in die Landesarchäologie in Mainz. Laut LBBW Immobilien sind vergleichbare Funde vor allem aus Italien und Frankreich bekannt. Das Büroensemble Rheinkontor im Viertel Zollhafen soll bis Frühjahr 2020 auf einem rund 4400 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. LBBW Immobilien gehört zum Konzernverbund der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).