| 23:10 Uhr

Höheres Polizeiaufgebot
1000 Polizisten zusätzlich für Straßen-Fastnacht

Mainz. Millionen Menschen feiern an den närrischen Tagen in Rheinland-Pfalz Fastnacht. Allein zum Rosenmontagszug in Mainz werden rund 500 000 Menschen erwartet. Die Polizei ist gerüstet.

An den mehr als 1000 Fastnachtsveranstaltungen von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch ist die Polizei in Rheinland-Pfalz mit rund 1000 Bereitschaftskräften zusätzlich im Einsatz. „Wir gehen aber davon aus, dass wir in Rheinland-Pfalz und in Deutschland unbeschwert Karneval feiern können“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) gestern bei der Vorstellung des Sicherheitskonzepts. Weder dem Bundeskriminalamt noch dem Landeskriminalamt lägen konkrete Erkenntnisse auf geplante Anschläge oder „Aktivitäten gegen Karneval“ vor. Neben uniformierten sind auch zivile Polizisten im Einsatz.

Zum Sicherheitskonzept für die großen öffentlichen Veranstaltungen in Zweibrücken, Mainz, Koblenz und Trier, aber auch in Worms, Bad Kreuznach, Wittlich, Frankenthal und Ramstein gehöre auch Videotechnik, sagte Lewentz. Zudem sei flächendeckend der Einsatz von Polizisten mit Bodycams geplant.

Um Anschläge mit Fahrzeugen zu verhindern, sollen vor allem in Mainz, Trier, Wittlich, Dahn und Zweibrücken Betonpfeiler und Fahrzeuge als mobile Sperren aufgestellt werden. In Mainz und Trier werde es während der Umzüge Lkw-Fahrverbote in den Innenstädten geben.



Gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst würden in mehreren Städten Anlaufstellen eingerichtet, sagte Lewentz. So sollen Opfer von Kriminalität, aber auch von übermäßigem Alkoholkonsum sofort wissen, an wen sie sich wenden können.

Beim Landeskriminalamt werden seit Beginn dieser Woche wichtige Informationen in einer eigens eingerichteten Stelle gebündelt. Die Beamten stünden dafür auch im Kontakt zur für den Bahnverkehr zuständigen Bundespolizei und der Polizei in den benachbarten Bundesländern. Aufenthaltsverbote für bekannte Störer bei den Fastnachtsveranstaltungen gebe es noch nicht, sagte der Inspekteur der Polizei Rheinland-Pfalz, Jürgen Schmitt.

Überregionaler Höhepunkt ist der neun Kilometer lange Rosenmontagszug in Mainz, zu dem rund
500 000 Menschen erwartet werden. Etwas mehr als 1000 Beamte werden den Zug begleiten. Auch Polizeihubschrauber sollen im Einsatz sein. Einzelheiten zum Sicherheitskonzept wollen die Polizei und der Mainzer Carnevals-Verein voraussichtlich Anfang nächster Woche vorstellen.

An den närrischen Tagen seien im vergangenen Jahr 906 Straftaten registriert worden, die meisten davon (570) Körperverletzung, sagte Schmitt. Es habe auch 28 Sexualdelikte und 62 Widerstände gegen Polizisten gegeben. 92 Mal seien Blutproben wegen zu viel Alkohol genommen worden. 46 Führerscheine mussten beschlagnahmt werden, und 35 Mal auch Autos. 691 betrunkene Jugendliche fielen auf, das waren 23 weniger als im Jahr zuvor.