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Bericht: Rheinland-Pfalz auf gutem Weg
Region Trier soll Vorbild beim Klimaschutz in Rheinland-Pfalz werden

Trier/Mainz. Ein neuer Bericht zeigt, dass Rheinland-Pfalz auf gutem Weg ist, schädliche Treibhausgase abzubauen. Umweltministerin Ulrike Höfken sieht aber keinen Grund für Euphorie.

Nach Überzeugung der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) hat sich der Klimawandel im Land längst seinen Weg gebahnt. Deshalb setzt die Landesregierung darauf, gegen Wetterkapriolen zu kämpfen. Mit Erfolg?

Der neue Klimaschutzbericht des Landes wähnt Rheinland-Pfalz jedenfalls auf einem guten Weg. Danach sind die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2015 von 50,8 Millionen Tonnen um 19 Millionen Tonnen zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 37 Prozent. Bis 2020 sollen sie um 40 Prozent schrumpfen. „Die letzten Meter sind immer am schwersten, aber das Ziel ist greifbar“, sagt Höfken. Wo der Bund seine Ziele deutlich zu verpassen droht, wertet die Grünen-Politikerin in Rheinland-Pfalz den Rückgang auch als Erfolg der Landesregierung. Der Ausbau sauberer Energien wie Wind, Strom und Biogas habe den Netto-Stromimport im gleichen Zeitraum von 73 auf 32 Prozent gesenkt, geht aus dem Bericht hervor.

Höfken warnt aber davor, in Euphorie auszubrechen. Denn der Bericht dokumentiert, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur in Rheinland-Pfalz von 1881 bis heute um 1,5 Grad gestiegen ist und bis Ende des 21. Jahrhunderts gar ein Anstieg um dann bis zu 5,9 Grad droht, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nichts unternehmen.



Die Region Trier soll nun zum Vorbild im Land werden, wenn es um den Klimaschutz geht. Bei der Wärmewende, mit der das Land den Energieverbrauch von Privathaushalten und Unternehmen drastisch senken will, soll es Anfang des kommenden Jahres richtig losgehen. Die Energieagentur Trier soll Kommunen ab Januar über eine Lotsenstelle enger beraten und bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 dabei helfen, Konzepte in die Wege zu leiten. Das Land denkt daran, Nahwärmenetze auszubauen, an die sich Haushalte, lokale Geschäfte oder Schulen anschließen können. Ebenso regt die Energieagentur an, Unternehmen mit einem besonders hohen Energieverbrauch unter die Lupe zu nehmen, mehr regionales Biogas zu erschließen und die Holzproduktion im Wald zu steigern, um in den Kommunen weniger abhängig von Öl und Gas zu sein.

Um Folgen des Klimawandels einzudämmen, stellt das Land in einem Hochwasserpakt 18 Millionen Euro bereit. Ziel sei es, dass in fünf Jahren alle Gemeinden in Rheinland-Pfalz ein Schutzkonzept erstellt haben, sagt Höfken. „Starkregenereignisse und Dürreperioden werden weiter zunehmen“, erwartet Klimaexperte Markus Casper von der Uni Trier. Er warnt zugleich davor, dass alte Klimaziele nicht reichen könnten, um fatale Folgen abzuwehren.