| 11:31 Uhr

Fußball
Wie geht es weiter mit Michy Batshuayi?

FOTO: Marvin Ronsdorf/Unsplash / CC0
Zweibrücken. Schon in seinem Debütspiel für Borussia Dortmund hat sich Mittelstürmer Michy Batshuayi mit zwei Toren in die Herzen der Fans geschossen. Sechs Spiele hat er seitdem in sensationeller Form für die Schwarz-Gelben hinter sich gebracht. Mit sechs Toren liegt er gleichauf mit Maximilian Philipp, der dafür allerdings 15 Spieltage gebraucht hat.

Das Ergebnis: Borussia Dortmund lieg zurzeit auf Platz drei der Bundesliga-Tabelle. Fans und Wettsportbüros rechnen den kontinuierlichen Erfolg des schwarz-gelben Teams auch dem fußballerischen Können des gebürtigen Belgiers zu.

Allerdings ist mit jedem Tor, jedem Zuspiel und jedem bisschen Ballzauber des 24-jährigen aus Brüssel auch etwas Bangen in den Herzen von Management und Zuschauern verbunden. Denn Michy Batshuayi ist nur als Leihgabe in Dortmund. Der FC Chelsea hat ihn im Winter für ein halbes Jahr für eine Gebühr von umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro gehen lassen. Am 30. Juni 2018 läuft dieser Vertrag aus.

Dem BVB war zwar bei Vertragsschluss eine Kaufoption angeboten worden, doch die beinhaltete auch eine Rückkaufoption für Chelsea und war daher, nach schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit mit Verträgen dieser Art, für Dortmund inakzeptabel.



Bei Chelsea steht Michy Batshuayi bis 2021 unter Vertrag. Der Ballzauberer, der sich außer mit seinem Balltalent auch durch seinen Humor und seinen rückhaltlosen Einsatz für das neue Team und die vorübergehende Heimat beliebt gemacht hat, ist ein Glücksgriff für den BVB.

Die entstandene Lücke, welche nach dem Wechsel von Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal entstanden ist, sollte so geschlossen werden. Das ist Batshuayi gelungen, und zwar so nachhaltig, dass schon darüber spekuliert wird, ob Dortmund nicht doch im Sommer ein Kaufangebot machen wird, falls der neue Star bleiben möchte. Einen Haken hat allerdings auch das, obwohl Dortmunds Kassen gut gefüllt sind. Je besser Batshuayi spielt, desto teurer wird er. Zurzeit wird seit Marktwert mit 25 Millionen Euro angegeben

Batshuayi, der bei Standard Lüttich angefangen hat und sich dort von der U17 in die U19 und dann in die erste Mannschaft vorgearbeitet hat, gilt auch in der belgischen Nationalmannschaft als zuverlässiger Ballkünstler. Insgesamt hat er dort zwar erst 13 Einsätze hinter sich, aber seine Torbilanz kann sich mit fünf Treffern sehen lassen.

Die 1909 gegründete Borussia Dortmund ist seit der Saison 1976/1977 ohne Unterbrechung in der 1. Liga. Achtmal ist der Verein seit 1955/1956 Meister geworden, fünfmal deutscher Superpokalsieger, viermal deutscher Pokalsieger, einmal Champions-League-Sieger, einmal Weltpokalsieger und einmal nahmen die Dortmunder den Europapokal der Pokalsieger mit nach Hause. Das war 1966, und die Borussen gingen damit als erster deutscher Gewinner eines Europapokals in die deutsche Bundesliga-Geschichte ein.

Den jüngsten Meistertitel holten sie in der Saison 2011/2012. In der vergangenen Spielzeit endeten sie auf Platz drei.

Borussia Dortmund ist mit über 153.000 Mitglieder im November 2017 der sechstgrößte Verein der Welt, was Mitgliederzahlen angeht. Seit 1999 sind die Lizezspielerabteilung der Borussia, die zweite Mannschaft und die A-Jugend in eine börsennotierte Kommanditgesellschaft ausgelagert, die seit Juni 2014 im SDAX gelistet ist.

Insofern werden jedes Spiel und jede Transferentscheidung auch von Investoren mit besonderem Interesse betrachtet. Bei aller Liebe zum Sport wird die Rendite nicht vergessen. Die Leihgabe von Michy Batshuayi jedenfalls scheint sich auch in dieser Hinsicht für all Beteiligten bereits bezahlt zu machen. Und der Belgier selbst zeigt eine deutliche Zuneigung für den Club und die Stadt in Nordrhein-Westfalen.