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Weihnachtskarten: Wie der Brauch entstand

Trotz E-Mails, E-Cards und den sozialen Netzen verzichtet kaum jemand auf den Weihnachtsgruß per Karte. Er gehört dazu wie der Tannenbaum oder die Geschichte vom Weihnachtsmann. Auch im digitalen Zeitalter verzichtet kaum jemand auf den Kauf einer Weihnachtskarte aus Papier und ihrer Versendung per Post. Das große Verschicken beginnt etwa zwei Wochen vor Weihnachten und jährlich werden rund 120 Millionen weihnachtliche Postsendungen zugestellt. Das Ritual der Weihnachtskarten ist inzwischen so selbstverständlich geworden, dass kaum jemand nachfragt, woher dieser Brauch überhaupt stammt.

1843 wurde in England die erste Weihnachtskarte gedruckt

Die vermutlich erste Weihnachtskarte weltweit wurde im Jahr 1843 in England gedruckt. Der Brite Henry Cole beauftragte mit der Gestaltung der Karte den Maler John Callcott Horsley. Das Motiv war eine feiernde Familie, welche von Zweigen und Weinreben eingerahmt war. Diese Karte wurde spektakulär, denn einige Betrachter meinten das Motiv so interpretieren zu müssen, dass die ebenfalls dargestellten Kinder dem Alkohol zusprechen würden.

Die Auflage dieses ersten Weihnachtsgrußes betrug 1000 Stück und der Auftraggeber Henry Cole verschickte sie nicht nur selbst, sondern bot sie auch zum Kauf an. Der Preis von einem Schilling pro Karte war damals sehr hoch gewählt – dies tat dem Erfolg der Weihnachtskarte jedoch keinen Abbruch, denn zeitgleich wurde in Großbritannien die Briefmarke eingeführt und somit konnte sich jeder den Kartenversand leisten.



Erste Massenproduktion der Weihnachtskarten erfolgte in den USA 1874

Es dauerte noch einige Jahre, bis sich der Brauch des Versandes von Weihnachtswünschen etablierte. 1874 gab es dann eine Technik, die den Farbdruck in Massenproduktion ermöglichte und somit wurde auch die Weihnachtskarte in den Vereinigten Staaten zum Massenprodukt. Der deutsche Auswanderer Louis Prang konnte bis 1880 schon mehr als fünf Millionen Grußkarten verkaufen und er gilt als der Vater der Weihnachtskarte in Amerika.

In Deutschland dauerte es noch bis zum ersten Weltkrieg, bis die Weihnachtskarte ihren Einzug hielt. Bis dahin wurden die Wunschblätter – Briefpapierbögen mit gedrucktem Schmuckrahmen – zum 24. Dezember verteilt. Auf diese wurden Sprüche, Wünsche und Geschichten geschrieben. Schon lange hat für die meisten Deutschen das Schreiben einer Karte zu Weihnachten und Neujahr einen festen Platz in der Feiertagsplanung. Nur mit einem Unterschied: Sie werden nun individueller. Ein neuer Trend ist das Weihnachtskarten selber gestalten, was online zum Beispiel bei Meine Kartenmanufaktur möglich ist. So erspart man sich heute im Vorweihnachtsstress die zeitaufwendige Bastelei und kann dennoch eine individuelle Grußkarte verschicken.