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Urteil des Münchner Amtsgerichts
Verwahrloste Wohnung ist ein Grund für die fristlose Kündigung

München. Das Recht auf freie Entfaltung hat auch für Mieter klare Grenzen. dpa

() Zu viel Müll in der Wohnung kann eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Das gilt zumindest dann, wenn durch den angesammelten Unrat die Substanz des Hauses angegriffen wird. Geht zudem eine starke Geruchsbelästigung von der betreffenden Wohnung aus und der Mieter ist nicht bereit, sein Verhalten zu ändern, ist die Kündigung auch bei einem langen Mietverhältnis gerechtfertigt. Das entschied das Amtsgericht München.

Im verhandelten Fall hatten sich Bewohner über eine Nachbarin beschwert. Bei einer Besichtigung wurde festgestellt, dass der Wohnungsflur und die Zimmer mit Müll, Papier und Schutt knöcheltief bedeckt waren. Der Parkettfußboden der Wohnung war teilweise stark durchnässt und verschmutzt. Die Decke des Flurs war mit Insektennestern überzogen.

Auch die Küche war vermüllt. Die Arbeitsplatte war durchfeuchtet und hinter dem Spülbecken eingebrochen. Es waren Schimmelschäden erkennbar. Im Badezimmer war der Boden feucht und verdreckt. Von der Wohnung ging ein starker Geruch aus. Am Folgetag erklärte die Vermieterin die fristlose Kündigung.



Mit Erfolg: Die Mieterin müsse die Wohnung verlassen, entschied das Gericht. Durch ihr Verhalten habe sie den Hausfrieden nachhaltig gestört. Dass das Mietverhältnis seit vielen Jahren besteht, ändere daran nichts. Denn es bestünden erhebliche Zweifel, ob die Mieterin eigenverantwortlich und aus eigener Kraft in der Lage sei, den Zustand der Wohnung zu beseitigen.