| 20:31 Uhr

Aus dem Arbeitsgericht
Verurteiltem Mitarbeiter darf nicht fristlos gekündigt werden

Düsseldorf. (dpa) Arbeitgeber können Angestellten auch kündigen, wenn diese in ihrer Freizeit straffällig werden. Eine fristlose Kündigung sei aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschieden (Az.: 11 Sa 319/17).

(dpa) Arbeitgeber können Angestellten auch kündigen, wenn diese in ihrer Freizeit straffällig werden. Eine fristlose Kündigung sei aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschieden (Az.: 11 Sa 319/17).

Ein Mann war wegen des Versuchs eines Sprengstoffvergehens verurteilt worden. Die Polizei hatte in seiner Wohnung 1,5 Kilogramm gefährliche chemische Stoffmischungen sowie ein Kilogramm Betäubungsmittel gefunden. Sein Arbeitgeber, ein Unternehmen in einem Chemiepark, erfuhr davon aus der Presse und kündigte ihm erst fristlos und später auch ordentlich.

Gegen die fristlose Kündigung zog der Mann vor Gericht und gewann. Grundsätzlich sei eine Kündigung aus „außerdienstlichen Gründen“ zwar möglich, erklärten die Richter. Arbeitgeber müssten dabei aber unter anderem die genaue Tätigkeit und Stellung des Mitarbeiters im Betrieb sowie die Art und Schwere des Delikts berücksichtigen. Mit Blick auf diese Aspekte sei die fristlose Kündigung unwirksam. Bei seinem Arbeitgeber hatte der Kläger zwar Zugang zu gefährlichen Chemikalien, bei seinem eigentlichen Job in der Qualitätssicherung kam er damit aber nicht in Berührung.