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Leben
Vereine als Rückgrat unserer Gesellschaft

Vereine als Rückgrat unserer Gesellschaft
Vereine als Rückgrat unserer Gesellschaft FOTO: https://unsplash.com/photos/y_-2Mh9_s3o
Zweibrücken. Vereine sind ein fester Bestandteil unseres gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Sie leisten wertvolle Integrationsarbeit, wofür die Anerkennung gar nicht hoch genug ausfallen kann.

Besonders im ländlichen Raum bieten Vereine Neubürgern einen Zugang zum örtlichen Gemeinwesen. Eine Übersicht über die in Rheinland-Pfalz registrierten Vereine bietet das Vereinsverzeichnis des Bundeslandes.

Auf dem Land sind vereinsorganisierte Veranstaltungen oft die Höhepunkte des dörflichen Lebens. Dabei finden Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Generationen statt. Jugendliche und Heranwachsende finden in Sportvereinen Gelegenheit zum Abbau überschüssiger oder aufgestauter Energie. Sie erlangen dort soziale Kompetenz, teilen Erfolgserlebnisse und übernehmen gemeinsam Verantwortung für Fehlschläge. Nicht zuletzt gelten sportliche Aktivitäten als eine wirksame Prävention gegen Drogenmissbrauch. So manche große Sportkarriere hat in einem kleinen Sportverein begonnen. Jahre später fand sich das Talent in einer erfolgreichen Mannschaft wieder und hat mit seiner Leistung nun Anteil am Erfolg oder Misserfolg seines Vereins und damit zugleich am Ausgang vieler Sportwetten.

Veränderung durch demografischen Wandel



Ob bei Feuerwehren, Chören oder Sportvereinen: Der demografische Wandel zeigt bei allen deutliche Spuren. Viele Vereine, darunter auch solche mit einer langen Tradition, klagen über Nachwuchsmangel. Erschwerend kommt hinzu, dass die moderne Arbeitswelt der nachrückenden Generation weit mehr abverlangt, als dies bei deren Eltern und Großeltern der Fall gewesen ist. In Bundesländern mit vielen ländlichen Räumen, darunter auch Rheinland-Pfalz, sind die Wege zur Arbeitsstätte oft sehr weit. Hinzu kommen verstärkt Wochenendarbeiten und flexibel gestaltete Dienstpläne, in denen die arbeitsfreien Zeiten nicht mehr auf denselben Wochentag fallen. Dies macht jedoch eine regelmäßige Teilnahme an Chor- und Theaterproben, Feuerwehrübungen oder Trainingseinheiten nahezu unmöglich. Was die Freiwillige Feuerwehr betrifft, ist diese Entwicklung höchst bedenklich, da die Wehren einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung leisten.

Die personelle Not bringt manche Veränderung mit sich, die vor einigen Jahren noch als undenkbar galt. So öffnen bislang reine Männer- und Frauenchöre ihre Pforten in zunehmendem Maß auch für VertreterInnen des anderen Geschlechts. Das bedeutet einerseits einen Bruch mit liebgewonnen Traditionen, trägt aber auch zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung bei. Die Menschen rücken näher zusammen und öffnen sich für frische Impulse. Diese sind für den menschlichen Fortschritt unerlässlich. Gäbe es sie nicht, wären Stagnation und Erstarrung in alten Gewohnheiten, die in der modernen Zeit ihren Sinn verloren haben, die Folge. Da, wo es möglich ist, haben sich manche Vereine kreative Lösungen einfallen lassen, um für ihre Mitglieder attraktiv zu bleiben und neue zu gewinnen. So entstanden in den vergangenen Jahren unter anderem Projektchöre, die intensiv für eine bestimmte Veranstaltung üben und flexible Probezeiten anbieten.