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SSD-Festplatten im Vergleich
Turbo-Schub für Notebook und PC

Im PC steckt ein Mainboard ohne SSD-Steckplatz? Kein Problem: Adapterkarten wie diese helfen weiter.
Im PC steckt ein Mainboard ohne SSD-Steckplatz? Kein Problem: Adapterkarten wie diese helfen weiter. FOTO: dpa-tmn / Franziska Gabbert
Hamburg. SSD-Festplatten sind günstiger als je zuvor. Doch welche Festplatte ist die Richtige und wie wird sie eingebaut? Von dpa

Schneller sind sie sowieso. Aber auch bei der Speicherkapazität kommen SSDs immer weiter in die Nähe herkömmlicher Festplatten. Und die Preise sind inzwischen auch konkurrenzfähig. Ist eine SSD automatisch für jeden das Richtige, und wie funktioniert überhaupt der Einbau? Ein kurzer Überblick:

Am längsten auf dem Markt ist die Standard-SSD im 2,5-Zoll-Format mit SATA-Schnittstelle. Sie steckt in einem Gehäuse, hat das Format einer klassischen 2,5-Zoll-Festplatte und stellt oft mit die einfachste und günstigste SSD-Erweiterungsmöglichkeit für Desktop-PCs und Notebooks dar. 2,5-Zoll-SSDs mit 500 Gigabyte (GB) sind schon für unter 100 Euro zu haben.



Wer das Speed-Maximum aus seinem Computer herausholen möchte, der sollte sich M.2-SSDs mit NVM-Express (NVMe)-Schnittstelle anschauen. Diese sind um einiges flotter unterwegs als klassische SATA-SSDs. „Für einen Privatanwender, der nur alltägliche Arbeiten mit dem Rechner macht, reicht eine SATA-SSD vollkommen aus“, sagt Manuel Christa vom Fachmagazin „PC Games Hardware“. NVMe-SSDs seien geeignet für Nutzer, die täglich große Datenmengen bewegen.

Ein kompakter Newcomer ist die gehäuselose M.2-SSD. Sie erinnert optisch eher an einen Speicherriegel als an eine Festplatte. M.2-SSDs bestehen nur aus einer kompakten Steckplatine mit Speicherchips und Steuerelektronik – ideal für Notebooks. 2,5-Zoll-SSDs benötigen einen Laufwerksschacht, eine M.2-SSD kann direkt auf die Hauptplatine gesteckt werden. Beim Notebook muss aber ein geeigneter Steckplatz frei und über eine Serviceklappe erreichbar sein.

Interessenten sollten jedoch beim M.2-Format aufpassen, denn die immer 22 Millimeter breiten M.2-SSD-Karten gibt es in verschiedenen Längen. Zwar hat sich mittlerweile die Variante mit 80 Millimetern Länge durchgesetzt. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, dass die neue SSD passt, sollte wegen der richtigen Länge ins Handbuch seines Rechners schauen.

M.2-SSDs gibt es aber auch noch mit zwei verschiedenen Schnittstellen. Einmal mit der klassischen SATA- und einmal mit der deutlich schnelleren NVMe-Verbindung. Unterscheiden kann man die Schnittstellen schon beim Blick auf die Steckkontaktleiste: M.2-SSDs mit SATA haben zwei Einkerbungen, M.2-SSDs mit NVMe nur eine. Da NVMe auf dem PCL-Express (PCIe)-Verbindungsstandard basiert, werden NVMe-SSDs oft auch als PCIe-SSDs angeboten.

M.2-SATA-SSDs sind mit um die 100 Euro für 500 GB inzwischen ähnlich günstig wie 2,5-Zoll-SATA-SSDs. M.2-NVMe-SSDs kosten im Vergleich zu ihren M.2-SATA-Geschwistern derzeit aber noch rund 50 Prozent mehr: also etwa 150 Euro für 500 GB. Insgesamt betrachtet gibt es für SSD-Umsteiger derzeit aber keinen Grund mehr, mit der Anschaffung zu warten, sagt Christa: „SSDs sind günstig wie nie zuvor, Interessenten sollten jetzt zuschlagen.“

Für den Einbau im Computer oder Notebook, die Karte einfach im M.2-Steckplatz platzieren und mit einer Schraube fixieren. Bei Notebooks ist der Steckplatz meist auf der Unterseite. Um diese zu lokalisieren, kann auch ein Blick ins Handbuch helfen. Beim Desktop liegen M.2-Steckplätze oft zwischen Prozessor und Grafikkarte. Nutzer müssen große Grafikkarten deshalb oft erst ausbauen, damit sie die M.2-SSD einstecken können. „Bei Windows-PCs und –Desktops ist der Einbau in der Regel kein Problem, bei Apple-Rechnern wird es schwieriger, auch weil ein Garantieverlust droht“, sagt Computertechnik-Experte Jörg Stenzel.

Der 2,5-Zoll-SSD-Einbau im Desktop erfordert dagegen ein paar Handgriffe mehr. Beim Desktop-PC wird die Platte mit einem speziellen Einbaurahmen in einem regulären Laufwerkschacht verschraubt. Im nächsten Schritt werden Stromversorgung und SATA-Kabel angeschlossen.

Im Notebook nimmt die SSD den Platz der herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte ein – wenn es nicht gerade zwei Platten-Schächte gibt, was eher bei größeren Notebooks vorkommt. Oft ist auch hier ein Einbaurahmen nötig: Dieser kann einfach von der entnommenen Festplatte entfernt und um die neue SSD gebaut werden.