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Beauty
Tipps vom Doktor gegen trockene Haut

In der kalten Jahreszeit braucht die Haut eine Pflege, die vor dem Austrocknen schützt.
In der kalten Jahreszeit braucht die Haut eine Pflege, die vor dem Austrocknen schützt. FOTO: Lars Zahner/ Fotolia / Lars Zahner
München. Dermatologe rät bei Problemen zu intensiver Pflege, bewusster Ernährung und ausreichend Flüssigkeit.

Trockene Haut fühlt sich rau an, spannt, schuppt, juckt und ist rissig, in schweren Fällen entstehen Entzündungen oder Ekzeme: Wer darunter leidet, kennt die typischen Symptome. Grund dafür ist eine Störung der natürlichen Fett- und Feuchtigkeitsregulation der obersten Hautschicht, der Hornschicht, weshalb die Talgdrüsen nicht für entsprechende Geschmeidigkeit sorgen. Das kann genetisch bedingt sein, aber auch auf äußere Einflüsse wie trockene Luft oder Kälte zurückzuführen sein.

Der Münchner Dermatologe Dr. Christoph Liebich kennt die Problematik aus seinem Praxisalltag. „Es gibt bestimmte Hautstellen, die besonders oft betroffen sind, etwa die Unterschenkel.“ Dass Knie und Ellenbogen oftmals mal rau seien, hänge damit zusammen, dass es dort weniger Talgdrüsen gebe. Zudem sinke deren Anzahl im Lauf des Lebens. Männer hätten zwar eine etwas dickere und öligere Haut, aber können ebenso davon betroffen sein wie Frauen.

Trockene Haut ist für viele vor allem in der kalten Jahreszeit ein Problem. „Sinken die Temperaturen unter sieben Grad Celsius, arbeiten die Talgdrüsen nicht mehr richtig“, erklärt Liebich. Aber auch die trockene Heizungsluft setze der Haut zu. Deshalb rät er bei trockener Haut zur intensiven, fettreichen Pflege. Oftmals reiche der Zusatz „reichhaltig“ auf einem Kosmetikprodukt nicht, besser seien Cremes, die explizit für trockene Haut entwickelt worden sind.



Wer gerne badet oder duscht, sollte auf Bade- und Duschöle setzen. Sich danach erst abzutrocknen und dann einzucremen, ist Pflicht – und auch für Christoph Liebich selbst eine tagtägliche Selbstverständlichkeit. „Ich rate meinen Patienten bei trockener Haut, sich zweimal täglich einzucremen.“ Da sei für manche ungewohnt, doch nach etwa drei Wochen habe sich der Hautzustand deutlich gebessert. Neben Regelmäßigkeit ist auch Großzügigkeit wichtig. „20 bis 25 Gramm Creme für den Körper sollten es schon sein“, sagt der Dermatologe.

Ähnliches gelte für die Handwäsche. Gerade im Winter rieten Ärzte dazu, sich häufig die Hände zu waschen, um Erkältungs- und Grippe-Infektionen zu vermeiden. Da viele Seifen und Wasser, insbesondere warmes Wasser, neben Schmutz auch die Hautfette entfernten, sollte hinterher immer fleißig gecremt werden. Produkte mit Urea (Harnstoff) seien besonders empfehlenswert.

Von Innen kann trockener Haut ebenfalls geholfen werden. „Fettige Seefische sollten ebenso auf dem Speiseplan stehen wie Gemüse und Obst“, empfiehlt Liebich. Insbesondere Beeren seien gut für die Haut. Auch ausreichende zu trinken, sei wichtig. Eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit, idealerweise Wasser und ungesüßter Tee, pro Tag werden für Erwachsene empfohlen.

Von selbstgemachten Feuchtigkeitsmasken hält Christoph Liebich wenig. Manche, wie zum Beispiel Gurkenscheiben, könnten die Haut zusätzlich austrocknen, weil sie das Fett wegschwemmten. Öl-haltige Masken könnten hilfreich sein, allerdings Pickel verursachen. Ebenso rät er von Peelings ab.

„Trockene Haut kann nicht nur unangenehm, sondern auch die Ursache für kleine Knitterfältchen sein“, erklärt der Hautarzt. Daher sei entsprechende Pflege eine gute Anti-Aging-Maßnahme. In diesem Zusammenhang werden in der Werbung oftmals Produkte mit Hyaluronsäure empfohlen, die die Feuchtigkeitsspeicherfähigkeit der Haut verbessern sollen. Doch der Wirkstoff dringe meist nicht tief genug in die Haut ein, erläutert Christoph Liebich. Hyaluron-Injektionen hingegen könnten bei trockener Haut helfen.