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Kontaktloses Bezahlen
Sparkassen-Kunden können jetzt mit dem Smartphone bezahlen

Wer künftig mit seinem Smartphone bezahlen will, muss zunächst die App „Mobiles Bezahlen“ aus dem Google-Play-Store herunterladen.
Wer künftig mit seinem Smartphone bezahlen will, muss zunächst die App „Mobiles Bezahlen“ aus dem Google-Play-Store herunterladen. FOTO: dpa / Fabian Sommer
Frankfurt/Main. Sparkassen-Kunden können ab sofort auch bargeld- und kontatklos an der Ladenkasse bezahlen – und zwar mit ihrem Smartphone. Die Sparkassen ziehen damit nach.

Google bietet bereits seit einem Monat den Bezahldienst „Google Pay“ in Deutschland an. Nun starteten gestern mehr als 300 Geldhäuser ihr Smartphone-Bezahlsystem. „Sparkassen erweitern so das Angebot an sicheren Bezahlmöglichkeiten“, erklärte Helmut Schleweis vom Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Bis zum Jahresende sollen alle rund 390 Institute der Gruppe den Dienst anbieten.

Um die Funktion nutzen zu können, müssen sich Kunden zunächst die App „Mobiles Bezahlen“ auf ihr NFC-fähiges Smartphone herunterladen. NFC steht für „Near Field Communication“ (Nahfeldkommunikation). Voraussetzung ist außerdem, dass sie das Betriebssystem Android ab der Version 5.0 oder höher verwenden. In dieser App können sowohl die Sparkassen-Card (Girocard) als auch die Sparkassen-Kreditkarte (Mastercard) hinterlegt werden. Wer dann an der Kasse mit dem Smartphone zahlen will, muss das Handy mit angeschaltetem Display an das Kartenterminal bei der Kasse halten. Bei Beträgen bis 25 Euro müssen die Nutzer keine PIN eingeben. Die Abrechnung erfolgt wie bei einer normalen Kartenzahlung. Die Kassentechnik muss dafür allerdings kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen. Ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet.

Die persönlichen Daten der Kunden blieben bei der Sparkasse und würden nicht an Dritte weitergegeben oder verkauft, versichert der Verband. Das iPhone kann den Angaben zufolge noch nicht als elektronische Geldbörse genutzt werden. Apple habe die nötige Schnittstelle in den Geräten bisher nicht freigegeben.



Über einen anstehenden Start von Apple Pay in Deutschland war mehrfach spekuliert worden, er blieb jedoch bislang aus. Apple verlangt einen Anteil von 0,15 Prozent von den Transaktionen. Google hatte seinen Smartphone-Bezahldienst bereits am 26. Juni nach Deutschland gebracht. Partner sind hier unter anderem die Kreditkarten-Riesen Mastercard und Visa sowie die Commerzbank. Auch andere Geldhäuser in Deutschland wollen den US-Giganten nicht allein das Feld überlassen. Ab Mitte August wollen rund 85 Prozent der Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das mobile Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Die restlichen Institute sollen schrittweise bis 2019 folgen.

Noch ist das Smartphone als elektronische Geldbörse in Deutschland ein Nischenmarkt. Bei einer Umfrage der Bundesbank gaben im vergangenen Jahr lediglich sieben Prozent der Verbraucher an, schon einmal mit ihrem Handy bezahlt zu haben. Als häufigsten Grund für die Zurückhaltung nannten die Befragten fehlenden Bedarf. Auf Rang zwei folgten Sicherheitsbedenken.

Das beliebteste Zahlungsmittel der Verbraucher in Deutschland ist nach Angaben der Bundesbank weiterhin Bargeld, auch wenn die Käufer hierzulande immer öfter zur Girocard (EC-Karte) greifen. 74 Prozent der Einkäufe an der Ladenkasse tätigen die Deutschen nach wie vor mit Schein und Münze. Gemessen am Umsatz sank der Anteil der Barzahlungen im deutschen Handel mit 48 Prozent allerdings erstmals unter die 50-Prozent-Marke.

(AFP)