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Wie die Menschen das Handy nutzen – und was sie darüber denken
So nutzten die Deutschen ihre Smartphones im Jahr 2018

 Viele Menschen fühlen sich vom Handy in der Öffentlichkeit genervt.
Viele Menschen fühlen sich vom Handy in der Öffentlichkeit genervt. FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Berlin. Acht von zehn Bundesbürgern haben mittlerweile einen der Minicomputer. Doch die Zahl derer, die das eigene Handy-Verhalten infrage stellen, wächst. dpa

Kinder und Jugendliche verbringen zu viel Zeit mit dem Handy – das denken zwei von drei Erwachsenen in Deutschland. 42 Prozent empfinden die tägliche Handy-Nutzung junger Menschen als „viel zu lang“, 24 Prozent sprechen von „zu lang“. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov. Eine „angemessene“ Handy-Zeit bei Kindern und Jugendlichen sieht nur knapp jeder Fünfte.

Von den erwachsenen Smart­phone-Nutzern empfindet jeder Dritte die eigene tägliche Zeit am Handy zumindest als „zu lang“. Über eine „viel zu lange“ Handy-Zeit bei sich selbst ärgern sich zwölf Prozent. 63 Prozent nennen das eigene Handy-Verhalten „angemessen“. Ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der eigene Partner zu viel Zeit am Smartphone verbringt.

Auf die Frage, was sie am Umgang mit Smartphones am meisten stört, nennen die Bundesbürger am häufigsten das Klingeln in unpassenden Situationen, etwa im Wartezimmer (43 Prozent). Fast genauso viele ärgern sich über Nutzer, die ihre Smartphones als Lautsprecher für Telefonate, Musik, Videos oder Spiele nutzen. Tastentöne und akustische Benachrichtigungen nerven 26 Prozent.



Drei von vier Smartphone-Nutzern verwenden täglich oder fast täglich Kurznachrichtendienste wie Whatsapp (73 Prozent). Selbst in der Gruppe der über 55-Jährigen machen das 68 Prozent. Dagegen sagt nur jeder Dritte von sich, dass er täglich SMS schreibt.

Zwei von drei Smartphone-Nutzern verwenden so gut wie jeden Tag E-Mail-Apps. Weitere beliebte Anwendungen, die im täglichen oder fast täglichen Gebrauch sind: die Handykamera (68 Prozent), Apps sozialer Medien wie Facebook, Twitter und Instagram (46 Prozent), Navigations-Apps (32 Prozent), Spiele (31 Prozent) und Programme von Banken und anderen Dienstleistern (29 Prozent).

Am Ende eines Jahres, in dem mehrere Datenmissbrauchsfälle bekannt wurden, bewegen sich 17 Prozent der Smartphone-Nutzer seltener in sozialen Medien. Elf Prozent haben sich nach eigenen Angaben ganz aus sozialen Netzwerken zurückgezogen. 36 Prozent sind dort unverändert häufig unterwegs, fünf Prozent sogar häufiger als früher.

In Deutschland nutzen dem IT-Branchenverband Bitkom zufolge acht von zehn Menschen ab 14 Jahren ein Smartphone, das sind 57 Millionen Nutzer. Das Marktvolumen rund um das Smartphone schätzte Bitkom Anfang des Jahres auf etwa 33,3 Milliarden Euro – dazu gehören Ausgaben für Geräte, Datendienste, Apps und Infrastruktur.