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Parkett aufarbeiten
Schöne Fußböden sind kein Hexenwerk

Um Parkett zu erneuern, wird eine Walzenschleifmaschine benötigt. Sie kann ausgeliehen werden.
Um Parkett zu erneuern, wird eine Walzenschleifmaschine benötigt. Sie kann ausgeliehen werden. FOTO: dpa-tmn / Inga Kjer
Köln. Ramponiertes Parkett kann mit handwerklichem Geschick und wenigen Hilfsmitteln selbst aufgearbeitet werden.

() Wer einen Parkettboden renovieren will, kann das Abschleifen mit etwas handwerklichem Geschick selbst übernehmen. „Der alte Boden sollte vorher gereinigt werden, hervorstehende Nägel müssen fünf bis sechs Millimeter unter die Oberfläche versenkt werden, gleiches gilt für Schrauben“, erklärt Christian Meyer vom Do-it-Yourself-Magazin „Selbst ist der Mann“. Andernfalls könne es zu Schäden an der Schleifwalze kommen. Dann müssen alle Sockelleisten entfernt und der Boden auf lose Stellen hin überprüft werden. „Bei Stabparkett können sich Stäbchen gelöst haben. Diese unbedingt wieder festkleben“, rät Thomas Gerke, Trainer bei der DIY Academy. Angrenzende Räume sollten mit einer Folie vor Staub geschützt werden. 

Maschinen und passende Schleifpapiere können im Werkzeugverleih oder im Baumarkt ausgeliehen werden. „Man braucht eine Walzenschleifmaschine, auf die Schleifbänder in verschiedenen Körnungen aufgebracht werden“, sagt Gerke. Mit der komme man jedoch weder in die Ecken noch unter einen Heizkörper. Dafür gebe es Randschleifmaschinen. Alternativ oder ergänzend zur Walzenschleifmaschine könne eine Tellerschleifmaschine zum Einsatz kommen. Sie eigne sich insbesondere für den Feinschliff.

„Bei sehr dicken Lackschichten oder großen Unebenheiten beginnt man mit 16er- oder 24er-Körnung. Stück für Stück nimmt man feineres Papier bis hin zum Feinschliff in 100er- oder 120er-Körnung“, rät Meyer. Wichtig: Zuvor die Nutzschicht des Bodens prüfen, denn jeder Schleifgang trägt Material ab. „Durchschnittsparkette haben eine Stärke von vier Millimeter“, so Schmid. „Sie sind ein- bis zweimal renovierbar, weil jedes Mal etwa 1,5 Millimeter weggenommen werden.“ Eine Nutzschicht von ein bis 1,5 Millimeter sollte stehenbleiben.



Die Schleifmaschine werde immer in eine Richtung über den Boden bewegt. „Meist wird die Walze mit einem Hebel abgesenkt. Das sollte mit Gefühl geschehen, dabei das Gerät leicht nach vorn bewegen und mit gleichmäßigem Tempo und Druck langsam über die Oberfläche bewegen“, erklärt Gerke. Wichtig: Nicht stehenbleiben, sonst wird an dieser Stelle zu viel Material abgetragen. An der anderen Raumseite angekommen, wird die Walze noch in Bewegung wieder angehoben.

„Dann in der gleichen Spur zurück fahren und erst jetzt die Schleifmaschine etwa um eine dreiviertel Bahn versetzen.“ Anschließend werden die Ränder mit der Randschleifmaschine in gleicher Körnung geschliffen.

Auch hier müsse darauf geachtet werden, dass keine Übergänge zur vorher geschliffenen Fläche erzeugt werden. Nach dem Absaugen des Bodens folge dann der zweite Schleifgang mit 80er-Körnung, jedoch in einem Winkel von 90 Grad zum vorherigen Schliff, sagt Gerke. Weise der Boden dann noch sichtbare Rillen auf, werden diese zugespachtelt, etwa mit fertig gemischtem Holzkitt oder flüssigem Kitt. Ist der Kitt ausgehärtet, erfolgt der Feinschliff, immer in Richtung der Holzmaserung, sagt Gerke. Bei Mosaikparkett schleifen die Heimwerker in Richtung des Lichteinfalls, also vom Fenster weg.

Im letzten Arbeitsschritt werde neu versiegelt. „Vormals geölte Holzböden müssen erneut geölt werden, denn Öl dringt tiefer ins Holz ein als mit einem Abschliff beseitigt werden kann“, sagt Meyer. Vormals lackierte Böden könne man wieder lackieren oder auch mit Öl behandeln“. Egal ob Öl oder Lack, die Fenster müssen beim Auftragen geschlossen bleiben, damit die Flächen gleichmäßig trocknen können.

(dpa)