| 20:22 Uhr

Gefährliche Keime
In Spül- und Waschmaschinen lauern resistente Keime

Kleve. Wissenschaftler der Hochschule Rhein-Waal raten, Haushaltsgeräte regelmäßig bei höheren Temperaturen zu betreiben.

(byl) Wasch- und Geschirrspülmaschinen in Haushalten, in denen Säuglinge oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem leben, müssen regelmäßig mit Programmen höherer Temperatur laufen, damit sich keine gefährlichen Bakterien in den Geräten ansiedeln. Das empfehlen Forscher der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Wer pulver- oder perlenförmige Vollwaschmittel einsetze, könne Temperaturen ab 40 Grad Celsius wählen. Bei Flüssigwaschmitteln müssten höhere Temperaturen eingestellt werden. Das liege an ihrer chemischen Zusammensetzung. Waschpulver enthalten im Gegensatz zu Flüssigreinigern zusätzliche Bleichmittel, die desinfizierend wirken, erklärt Professor Dirk Bockmühl.

Die Wissenschaftler hatten im Sumpf und in der Einspülkammer von 50 Wasch- und Spülmaschinen nach multiresistenten Bakterien gesucht. Sie seien in fast jeder Spülmaschine und in acht von zehn Waschmaschinen fündig geworden, berichtet die Hochschule.

In den Haushaltsgeräten seien unter anderem sogenannte Beta-Laktamase-bildende Bakterien gefunden worden. Beta-Laktamasen sind Enzyme, die Antibiotika wie Penicilline oder Carbapeneme unwirksam machen können. Bockmühl geht allerdings nicht davon aus, dass den Benutzern der Haushaltsgeräte direkte Gesundheitsgefahren durch diese Bakterien drohen. Tests mit Baumwollteststreifen, die mit Bakterien infiziert waren, hätten gezeigt, dass Waschgänge bei Temperaturen oberhalb von 50 Grad Celsius derartige Keime fast immer vollständig vernichten.



Wenn Geschirrspülmaschinen bei der korrekten Temperatur betrieben werden, böten sie generell den besten Schutz vor Keimen. Das gelte besonders, wenn hygienisch kritische Lebensmittel wie rohes Fleisch zubereitet worden seien. Bockmühl rät unbedingt, „Wasch- und Spülmaschinen regelmäßig zu reinigen und nicht ausschließlich Niedrigtemperaturprogramme zu nutzen“. Antibiotikaresistente Bakterien könnten üblichen Waschbedingungen in gewissen Grenzen besser standhalten als nicht resistente Stämme. „Aber höhere Temperaturen und Waschmittel mit Sauerstoffbleiche können selbst diese Keime sicher entfernen.“

(byl)