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Familie
Elternzeit: So viel Zeit haben Sie für Ihr Kind

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Zweibrücken. Familie und Job unter einen Hut zu kriegen, ist nicht immer leicht. Gerade frisch gebackene Eltern werden hier vor viele Herausforderungen stellt. Schließlich bedeutet Familienzuwachs eine komplette Umstrukturierung des Alltags. Damit Eltern die Möglichkeit haben, sich an die veränderte Situation anzupassen, gibt es die Möglichkeit, in Elternzeit zu gehen. Diese Zeit sollte sinnvoll genutzt und aktiv mit dem Kind verbracht werden.

Laut Gesetz können Eltern bis zu 36 Monate Elternzeit nehmen. Das Infoportal zur Elternzeit klärt genau darüber auf und gibt Tipps, was zu diesem Thema beachtet werden sollte. So kann etwa jedes Paar selbst entscheiden, wer von beiden die Elternzeit nimmt. Sowohl eine alleinige Elternzeit als auch die Aufteilung dieser Zeit ist möglich. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die ersten zwölf Monate der Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren des Kindes genommen werden. Ist dies der Fall, können auch die restlichen 24 Monate bis zum 8. Geburtstag des Kindes in Anspruch genommen werden. Ansonsten gilt die Regelung der 36 Monate zur Verfügung stehenden Elternzeit nicht.

Wer denkt, Elternzeit bedeute, den ganzen Tag mit dem Nachwuchs zu verbringen, der irrt. Denn auch während der Elternzeit kann ein Anspruch auf Erwerbstätigkeit bestehen. Erlaubt sind Arbeiten von durchschnittlich bis zu 30 Wochenstunden im Monat. Werdende Eltern sollten sich unbedingt über ihre Möglichkeiten informieren. So besteht der Anspruch auf Elternzeit in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten nur dann, wenn keine dringenden betrieblichen Gründen dagegen sprechen. Außerdem muss der betreffende Arbeitnehmer seit mehr als sechs Monaten im jeweiligen Unternehmen tätig sein. Darüber hinaus darf die per Vertrag vereinbarte Arbeitszeit in mindestens zwei Monaten durchschnittlich nicht unter 15 und nicht über 30 Wochenstunden im Monat liegen. Damit diese Regelung rechtsgültig wird, muss dem Arbeitgeber die geplante Teilzeitarbeit mindestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich mitgeteilt werden.

Angst davor haben, während der Elternzeit den Anschluss zu verlieren, braucht man nicht. Wer keiner Teilzeitarbeit nachgehen möchte, kann auch Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen. Neben fachspezifischen Kenntnissen können auch andere Kompetenzen angeeignet werden. In einigen Berufen ist es hilfreich, zum Beispiel hinsichtlich der Rechtsgrundlage und Normen auf dem neuesten Stand zu bleiben. Darüber hinaus besteht nach Ablauf der Elternzeit immer ein Anspruch darauf, zum gleichen oder einem gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren. Eltern werden hier von Gesetzes wegen geschützt, so dass sie nicht befürchten müssen, nach der Elternzeit in Sachen Entgelt schlechtergestellt zu werden. Genauere Informationen gibt es beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.



Doch wie kann die Elternzeit fernab einer Teilzeitbeschäftigung sinnvoll gestaltet werden? Zunächst einmal wird der betreffende Elternteil die Zeit nutzen, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Es ist sinnvoll, den Alltag an die neue Situation anzupassen. Gleichzeitig sollte die Zeit genutzt werden, eine Bindung zum Kind aufzubauen. Das geht besonders gut mit gemeinsamen Aktivitäten. So bietet etwa das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg ein Bastelcafé an. Dieses findet mehrmals im Jahr statt und gibt Eltern sowie Kindern die Möglichkeit, gemeinsam kreativ tätig zu werden. Die kleinen Basteleien können dann das Wohnzimmer oder Kinderzimmer verschönern. Auch empfiehlt es sich, den Kontakt zu ebenfalls frisch gebackenen Eltern zu suchen. Denn so können nicht nur Tipps für den Alltag ausgetauscht werden; Kleinkinder bekommen auch die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten und so erste soziale Bande zu knüpfen.