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Kommentar
Die neuen Vorgaben für Videodienste sind überfällig

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Gleiche Regeln für das klassische Fernsehen und die großen Videoplattformen im Internet – das war längst überfällig. Dabei geht es keineswegs nur um die klare Trennung von Werbung und inhaltlichem Angebot, sondern vor allem auch um die übrigen Rahmenbedingungen. Von Detlef Drewes

Die EU verbietet nicht, sie kanalisiert – und das ist gut so. Denn längst wurden die Vorgaben beispielsweise für Kontrollsysteme zum Schutz minderjähriger Zuschauer im Netz ausgehebelt. Dort kümmerte sich kein Mensch um die in den TV-Kanälen üblichen Hinweise auf jugendgefährdende Inhalte. Über deren Sinn mag man streiten können. Denn sie wirken nur, wenn Eltern sie auch ernstnehmen. Für das Netz fordert man nun Altersverifizierungssysteme, die zweifellos effizienter sein können. Aber all das sind nur Begleitmaßnahmen, die letztlich eine wirklich gute Erziehung zum Medienkonsum nicht ersetzen können. In den Schulen gehört das Thema längst zum Bestandteil der Lehrpläne, weil immer mehr Kinder und Jugendliche zuhause alleine gelassen werden. Im Unterschied zu anderen EU-Gesetzen hat man in dieser Richtlinie auf Uploadfilter verzichtet. Und das ist gut so. Denn elterliche Verantwortung und Selbstkontrolle der Anbieter sind nicht zu ersetzen.