| 22:40 Uhr

VR-Brillen und Co.
Deutsche haben kaum Interesse an virtueller Realität

Berlin. Noch nicht einmal jeder Fünfte hat solche Computersimulationen bisher ausprobiert – ein Drittel lehnt sie grundsätzlich ab.

(nsc) Das Thema Virtuelle Realität wird von der IT-Branche als Trend gehandelt. In Deutschland spielen diese von Computern simulierten Welten, in die Nutzer mit Hilfe spezieller Geräte wie beispielsweise VR-Brillen eintauchen können, jedoch derzeit kaum eine Rolle. Das zeigt eine Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 1007 Personen ab 14 Jahren. Demnach haben zwar neun von zehn Bundesbürgern schon von Virtual Reality gehört. Eine VR-Brille ausprobiert hat hingegen bislang nur jeder Sechste, und nur sechs Prozent besitzen ein eigenes Gerät, um die Technologie zu Hause zu benutzen.

Diejenigen Befragten, die bereits in die virtuelle Realität eingetaucht sind, haben dort vorrangig Video­spiele gespielt (72 Prozent). 43 Prozent haben per Computer konstruierte Reiseziele erkundet, und 38 Prozent haben sich Filme angeschaut. Jeder Vierte hat in virtuellen Zimmern seinen Wohnraum geplant und zwölf Prozent ein Konzert besucht. Acht Prozent der Teilnehmer gab außerdem an, die Technologie bei Lern- oder Bildungsangeboten genutzt zu haben.

Laut des Digitalverbands können sich derzeit 17 Prozent der Befragten vorstellen, solche Angebote zu nutzen. 22 Prozent sei das Konzept bislang noch zu abstrakt, vor allem, da oft die Gelegenheit fehle, die Technologie auszuprobieren. Ein Drittel der Deutschen schließt die Nutzung für sich grundsätzlich aus.



Diejenigen, die sich vorstellen können, virtuelle Realität künftig zu nutzen, reizt laut Bitkom vor allem die Möglichkeit, fremde Orte zu erkunden, ohne sich tatsächlich vom heimischen Sofa wegbewegen zu müssen: 53 Prozent gaben an, in Zukunft virtuelle Reisen antreten zu wollen. Fast die Hälfte der Befragten würde außerdem gerne VR-Erfahrung beim Videospielen und Fernsehschauen sammeln.

Laut Bernhard Rohleder von Bitkom helfe Virtual Reality in der Industrie bereits dabei, Arbeitsabläufe zu optimieren. Er glaubt, dass sich die Technologie künftig auch bei den Verbrauchern etablieren wird. Dazu müsse es jedoch mehr Möglichkeiten geben, VR-Brillen auszuprobieren.