| 22:21 Uhr

Atombomben-Tests
Putin warnt vor Hysterie in Nordkorea-Krise

Seoul/Xiamen/Berlin. Im eskalierenden Atomstreit mit Nordkorea hat der russische Präsident Wladimir Putin vor einer „globalen Katastrophe und vielen Opfern“ gewarnt. „Die derzeitige militärische Hysterie kann nichts Gutes bringen“, sagte Putin gestern im chinesischen Xiamen. Nordkorea werde sein Atomprogramm nicht aufgeben, solange es sich nicht sicher fühle, sagte Putin der Agentur Tass zufolge. „Es gibt keinen anderen Weg als Verhandlungen, um das nordkoreanische Atomproblem zu lösen.“

Im eskalierenden Atomstreit mit Nordkorea hat der russische Präsident Wladimir Putin vor einer „globalen Katastrophe und vielen Opfern“ gewarnt. „Die derzeitige militärische Hysterie kann nichts Gutes bringen“, sagte Putin gestern im chinesischen Xiamen. Nordkorea werde sein Atomprogramm nicht aufgeben, solange es sich nicht sicher fühle, sagte Putin der Agentur Tass zufolge. „Es gibt keinen anderen Weg als Verhandlungen, um das nordkoreanische Atomproblem zu lösen.“

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warb für eine friedliche Lösung, für die sich auch Europa einsetzen müsse. „Europa hat eine wichtige Stimme in der Welt“, sagte sie im Bundestag. Im übrigen sei es richtig, dass der UN-Sicherheitsrat eine klare Position beziehe. Merkel hatte zuvor mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon JaeIn sowie mit US-Präsident Donald Trump über die Krise gesprochen.

Die USA werfen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor, einen Krieg provozieren zu wollen und dringen im UN-Sicherheitsrat auf „größtmögliche Sanktionen“. Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen.



Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen, um eine friedliche Lösung zu erzielen. Dazu sollten die Sanktionen ausgeweitet, etwa Häfen für nordkoreanische Schiffe gesperrt werden.

China, das wie Russland zu Zurückhaltung mahnt, befürchtet einen Kollaps des Nachbarlandes mit unkalkulierbaren Folgen. Chinesische oder russische Ölkürzungen würden das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas nicht stoppen, sondern nur der Zivilbevölkerung schaden und beispielsweise zu Hungersnöten führen, warnte das auf Frieden und Sicherheit spezialisierte Nautilus Institute (USA/Kalifornien).

US-Präsident Donald Trump schrieb gestern auf Twitter, er wolle Japan und Südkorea massiv aufrüsten lassen. Er wolle es beiden Ländern „erlauben“, bedeutend mehr besonders anspruchsvolle Militärausrüstung von den USA zu erwerben.