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Foto-Plakatwände sorgen für reichlich Diskussionsstoff in Rieschweiler

40 solcher Bildwände sollen im Dorf aufgehängt werden.
40 solcher Bildwände sollen im Dorf aufgehängt werden. FOTO: Norbert Rech
Der Heimatverein Rieschweiler-Mühlbach präsentiert auf den großen Bildwänden Bauernhöfe in früheren Zeiten. Von Norbert Rech

Die überdimensionalen Fotos an alten Bauernhäusern sorgen derzeit in Rieschweiler-Mühlbach für Furore. Sie zeigen die Gebäude in früheren Jahren. Auch Menschen aus dem Dorf sind darauf abgebildet. Die Idee hatte hierfür Gabriele Poller. „Das war Zufall“, erinnert sich das Mitglied des örtlichen Heimatvereins. Im Grunde hätten die Schilder an Baustellen als Anregung gedient, auf denen die künftigen Objekte dargestellt werden. Für Poller stellte sich die Frage, ob das auch für die Vergangenheit möglich ist. Angefangen habe alles mit einem Bauernhaus am Rathaus, das sie gemeinsam mit ihrem Mann gekauft hatte: „Das Tor war sehr hässlich.“ Für die beiden war klar, dass es mit einem Bild wesentlich hübscher wirken könnte. Das passende Foto lieferte Joachim Fricker, der neue Vorsitzende des Heimatvereins. Hergestellt wurde die Fototafel aus Mesh. Dabei handele es sich um eine wetterbeständige Plane, mit der oft Fassaden verkleidet werden. Ein befreundeter Grafiker war bei der Herstellung behilflich.
Die Aufnahme zeigt vier Menschen, ein älteres Paar, einen kleinen Jungen und einen Mann, sowie zwei Pferde. Der Junge auf dem Bild ist Otto Schährer. Schährer, Jahrgang 1927, ist der Vorbesitzer, der das Anwesen der Familie Poller verkaufte. Das ältere Paar auf dem Bild sind Schährers Großeltern, der Mann neben dem Jungen dessen Onkel. Das Foto ist nach Schätzung Pollers in den 1930er Jahren entstanden. Im Hintergrund zu sehen ist das alte Gehöft.
Nachdem dieses Poster hing, sei natürlich im Dorf darüber gesprochen worden. Der sprichwörtliche Stein kam ins rollen. Nun entstand im Verein die Idee, auch andere Rieschweiler Bauernhöfe auf diese Weise darzustellen. Der landwirtschaftliche Kalender von Paul Wagner, auf dem ebenfalls alte Gehöfte abgebildet sind, hat das Ganze weiter forciert. Inzwischen sind es rund 40 Gebäude, die mit solchen Bildtafeln ausgestattet würden. Finanziert wird das Projekt durch Spenden, Geld des Heimatvereins und möglicherweise finanzieller Förderung durch die LAG Pfälzerwald. Ein Poster koste rund 150 Euro.
Inzwischen sei auch schon eine Einweihungsfeier geplant, die im Spätherbst stattfinden soll. Auch ein Flyer ist in Arbeit. Außerdem sollen die Objekte in Rahmen von Führungen gezeigt werden. Auch Events kann sich Poller vorstellen, die sich für die tatkräftige Unterstützung bedankt. Insbesondere Wagner könne mit seinem umfangreichen Bildmaterial und Kenntnissen viel zum Gelingen des Vorhabens beitragen. ⇥nob

Paul Wagner hat in seinem Archiv sehr viele Fotos.
Paul Wagner hat in seinem Archiv sehr viele Fotos. FOTO: Norbert Rech