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Schwarzmeer-Kosaken in Hornbach
Kalinka!

Peter Orloff (Mitte) und die Schwarzmeer-Kosaken.
Peter Orloff (Mitte) und die Schwarzmeer-Kosaken. FOTO: sbt / Maria Schabert
Hornbach. Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken waren am Mittwoch in der Hornbacher Klosterkirche zu Gast. Von Maria Schabert

Der weltberühmte Schwarzmeer-Kosaken-Chor unter der Leitung von Peter Orloff gastierte am Mittwochabend im Rahmen des Festivals Euroclassic in der Klosterkirche Hornbach und hinterließ Faszination und Begeisterung. Orloff begrüßte das Publikum und versprach für den bevorstehenden, ausverkauften Abend „das beste Konzert der ganzen Tournee“ – die Erwartungen waren hoch und wurden nicht enttäuscht.

Einen grandiosen Auftakt bot die Darbietung des Auszugs aus der Oper „Fürst Igor“. Die männliche Sopranstimme Igor Ishchaks von der Kiewer Oper sorgte für bewegende Momente. Der „jüngste Stern am Kosakenhimmel“, wie Orloff ihn vorstellte, beeindruckte mit unglaublichen Höhen und sanftem Piano, das unter die Haut ging. Das Programm reichte von russischen und ukrainischen Volksliedern („Das Körbchen“ und viele andere) über weltbekannte Melodien wie dem „Ave Maria“ von Franz Schubert bis hin zu klassischen Arien, in dessen Genuss man normalerweise in bekannten Opern wie zum Beispiel der Dresdner Semperoper kommt. Doch nicht nur das diesjährige Festival Euroclassic, sondern auch das 80-jährige Jubiläum des Schwarzmeer Kosaken-Chors gab Anlass zu diesem festlichen Konzertabend. Peter Orloff, der schon mit 14 Jahren Teil des Kosaken-Chores wurde, trug voller Stolz die schwarze Uniform und sang Lieder, die bereits sein Vater sang. Seit über 25 Jahren ist er als musikalischer Gesamtleiter des Chores der Nachfolger seines Vaters.

Der Tenor Vladimir Kuzmenko verdiente sich mit seiner extraordinären Darbietung der Arie „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Puccini minutenlange Standing Ovations. Auch Peter Orloffs Soli in „Die 12 Räuber“ oder der gesungenen Romanze nach der Pause „Leuchte, leuchte mein Stern“ und viele weitere Lieder wurden mit dem gleichen, tosenden Applaus belohnt. Die überwältigenden Stimmen des Chores wurden von drei russischen Instrumentalisten begleitet. An der Kontrabass-Balalaika, der Domra und dem Bajan lieferten sie nicht nur eine meisterhafte Begleitung des Chores, sondern auch virtuose Einzelstücke. Zugaben wie das traditionelle Volkslied „Kalinka“ und „Guten Abend, gute Nacht“ begeisterten das Publikum, das voller Enthusiasmus mitsang, ein letztes Mal.