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Historischer Erfolg für „Ösis“
Österreicher legen Cordoba zur Ruhe

Rot-weiß-roter Jubel: Die österreichischen Spieler feiern das 1:1 durch Martin Hinteregger. Danach durften sie sogar noch mal jubilieren.
Rot-weiß-roter Jubel: Die österreichischen Spieler feiern das 1:1 durch Martin Hinteregger. Danach durften sie sogar noch mal jubilieren. FOTO: dpa / Johann Groder
Klagenfurt. Alpennation feiert mit Trainer Foda ersten Sieg gegen Deutschland seit 32 Jahren.

Österreich hat einen neuen Mythos. „Wir haben immer Cordoba, Cordoba gehört“, sagte Marko Arnautovic am Samstagabend im rot-weiß-roten Fahnenmeer des Wörthersee-Stadions euphorisch: „Jetzt heißt es Klagenfurt! Wir haben Cordoba zur Ruhe gebracht.“ Das kleine Österreich hatte den großen Fußball-Weltmeister Deutschland mit 2:1 besiegt. Erstmals in diesem Jahrtausend, erstmals gar seit 32 Jahren. Zwar „nur“ in einem Testspiel und nicht wie 1978 in Argentinien bei der WM – dieser Umstand wurde in der Alpenrepublik aber schnell nebensächlich.

Zu lange schon wurde das „Wunder von Cordoba“ als Synonym österreichischer Siege gegen Deutschland verwendet – unabhängig von der Sportart. Nun könnte Klagenfurt diesen Platz einnehmen. In Österreich wird der 2. Juni 2018 jedenfalls als Fußball-Feiertag in die Geschichte eingehen: „Danke für diesen historischen Sieg“, titelte die Kronen Zeitung. Nach neun Niederlagen in Serie feierte Österreich wieder einen Erfolg gegen den großen Nachbarn, es war der erste seit 1986.

Nationaltrainer Franco Foda, ein Deutscher, ausgerechnet, jubelte ausgelassen, schrie die Freude heraus und ballte beide Hände zu Fäusten. „Es wurde Zeit. Ich bin überglücklich, gegen Deutschland gewonnen zu haben“, sagte der erste deutsche ÖFB-Trainer. Der gebürtige Mainzer entwickelt sich zum Glücksgriff, mit fünf Siegen in den ersten fünf Spielen stellte der 52-Jährige einen Rekord ein. Außerdem feierte die Mannschaft den siebten Sieg in Folge, das war zuvor nur dem legendären Wunderteam zwischen 1933 und 1934 gelungen.



„Einige werden sagen, dass Deutschland nicht die beste Elf aufgeboten hat und sich einige nicht verletzen wollten, aber es sind trotzdem die Deutschen“, sagte Arnautovic (West Ham United), um den es Wechselgerüchte zu Manchester United gibt. Der Offensivspieler ergänzte: „Wenn wir so weitermachen, sieht es für die nächsten Turniere gut aus.“ Und eine nächste Überraschung könnte folgen: Nach den Testspiel-Erfolgen gegen Gastgeber Russland (1:0) und Weltmeister Deutschland (2:1) ist am kommenden Sonntag Rekordweltmeister Brasilien in Wien zu Gast.