| 22:41 Uhr

Fußball-Oberliga
Ein Nachmittag komplett zum Vergessen

So wie in dieser Szene Niklas Holzweißig (lila) war Jägersburg gegen Idar-Oberstein zu häufig nur zweiter Sieger.
So wie in dieser Szene Niklas Holzweißig (lila) war Jägersburg gegen Idar-Oberstein zu häufig nur zweiter Sieger. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Jägersburg. Oberligist Jägersburg leistet sich bei 2:4 gegen Idar-Oberstein haarsträubende Fehler – sowohl offensiv als auch defensiv. Von Markus Hagen

„Das war eine vollkommen unnötige Heimniederlage“, erklärte Jägersburgs Trainer Thorsten Lahm nach der 2:4-Pleite gegen den als Kellerkind angereisten SC Idar-Oberstein. „Irgendwie hat die geistige Frische gefehlt, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive.“ Lahm ärgerte sich über die vergebenen Punkte. Im Abwehrverhalten zeigte sich seine Mannschaft äußerst unkonzentriert. In der Offensive sah es nicht anders aus: Reihenweise vergab Jägersburg hochkarätige Tormöglichkeiten. Und so wurde der Spielverlauf nach 90 Minuten auf den Kopf gestellt.

Lahm sah seine Elf, die unter anderem auf die gesperrten Murat Adiguezel und Florian Hasemann verzichten musste, in den ersten 20 Minuten nicht im Spiel. „Es gab zu viele Ballverluste.“ Dennoch ging Jägersburg durch Julian Fricker (23.) in Führung, die der FSV-Trainer zu diesem Zeitpunkt als „etwas glücklich“ bezeichnete. Idar-Oberstein hatte mit einem Lattentreffer durch Alexander Davidenko (26.) Pech, glich dann aber durch Felix Ruppenthal (29.) aus. Lahm ärgerte sich in dieser Szene nicht zum ersten Mal in dieser Partie: „Arman Ardestani lag verletzt am Boden und wir haben es nicht verstanden, diese Lücke zu schließen.“

Große Aufregung dann kurz vor der Halbzeit beim FSV-Coach. Julian Fricker wurde seiner Meinung nach mit einem Ellenbogenschlag niedergestreckt, blieb verletzt liegen und wurde außerhalb des Spielfeldes behandelt. Doch Fricker durfte nach seiner Behandlung nicht sofort zurück auf den Rasen. Idar-Oberstein nutzte die unsortierte Defensive der Lila-Weißen zur 2:1-Pausenführung (43.) durch Johannes Gemmel.



In der zweiten Halbzeit rauften sich die FSV-Fans, Spieler und Trainerteam die Haare. „Unglaublich was wir da an Chancen liegen ließen“, beklagt Lahm die Ungenauigkeit seiner Stürmer. Tom Koblenz knallte den Ball aus drei Metern an den Pfosten des Gästetores (47.). Luis Kiefer verzog freistehend aus halblinker Position (49.). Tim Schäfer (54.) schoss aus sechs Metern – ebenfalls völlig frei – am Tor vorbei und brachte dann das Kunststück fertig, das Leder (69.) aus einem Meter an die Unterkante des SCI-Tores zu hämmern. Während vorne beste Chancen vergeben wurden, wurde hinten fahrlässig verteidigt. Idar-Oberstein erhöhte nach Ballverlusten der FSV-Defensive durch Justus Klein (53.) und Felix Ruppenthal (60.) auf 4:1. Der Anschlusstreffer von Schäfer zum 2:4 (75.) kam für den FSV Jägersburg zu spät, um das Spiel noch zu drehen.