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Datenschutz
Facebook gibt Nutzern mehr Kontrolle über ihre eigenen Daten

 Facebook hat seinen Nutzern mehr Möglichkeiten eingeräumt, zu bestimmen, welche Daten über sie gesammelt werden.
Facebook hat seinen Nutzern mehr Möglichkeiten eingeräumt, zu bestimmen, welche Daten über sie gesammelt werden. FOTO: dpa / Tobias Hase
Düsseldorf. Mitglieder des sozialen Netzwerks können nun bestimmen, welche Informationen andere Seiten und Dienste an das Online-Netzwerk übermitteln dürfen.

Viele Internetseiten und Apps senden Informationen an das soziale Netzwerk Facebook, das die Daten mit den Profilen seiner Nutzer verknüpft, um ihm personalisierte Werbung zeigen oder andere Vorschlage unterbreiten zu können, erklärt der Konzern.

Welche Dienste und Seiten Informationen an Facebook schicken, lässt sich jetzt in den Einstellungen prüfen. „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ heißt der Bereich. Dort werden die Anwendungen und Internetseiten angezeigt, von denen es Daten zum jeweiligen Nutzer erhalten hat. Diese Informationen lassen sich auch aus dem Konto entfernen, damit Facebook sie nicht mehr für die Auswahl der Werbung verwendet.

Das heißt aber nicht, dass künftig von den entsprechenden Apps und Internetseiten an Facebook gesendete Infos nicht erneut mit dem Profil verknüpft werden. Damit das geschieht, müssen Nutzer jeden einzelnen Eintrag anklicken und im neuen Fenster auf „Nutzung künftiger, durch XY erfasster Aktivitäten deaktivieren“ gehen.



Die Folgen dieser Einstellung erklärt Facebook ebenfalls. Unter anderem sei es nicht mehr möglich, sich per Facebook auf anderen Diensten anzumelden. Aus Datenschutzsicht rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) ohnehin, diese Anmeldemethode nicht zu nutzen. Facebook erhalte weiterhin Infos zu den Aktivitäten auf den entsprechenden Internetseiten und in den Apps, will sie aber nicht mehr mit dem Nutzerprofil verknüpfen. Mitglieder können nun auch festlegen, dass Facebook in Zukunft gar keine Informationen von außen mehr mit ihrem Profil in Verbindung bringt.

Damit Facebook überhaupt Nutzerdaten von Apps und Internetseiten bekommt, müssen die Programmierer dieser Angebote bestimmte Einstellungen von Facebook in ihre Dienste übernehmen. Internetseiten können zum Beispiel den „Gefällt mir“-Knopf einbauen. Sie können auch sogenannte Facebook-Pixel nutzen, winzige Grafik-Dateien, die auf Facebook-Servern liegen und Infos über die Besucher der Internetseite erfassen. Auch können Firmen ganze Listen mit E-Mail-Adressen aus ihrem Kundenbestand bei Facebook hochladen und festlegen, dass ihren Kunden auf Facebook ihre Werbung angezeigt wird.

In Sachen Transparenz müssten viele Dienstanbieter dringend nachbessern, erklären die Verbraucherschützer. Sie sehen die Anbieter in der Pflicht, vor dem Übermitteln von Daten an Facebook die Nutzer entsprechend zu informieren. Das sei auch der Tenor eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs in einem Verfahren der Verbraucherzentrale NRW gegen den Einsatz des Facebook-Like-Buttons auf Internetseiten. Außerdem sollten Nutzer nach Auffassung der Verbraucherschützer selbst darüber entscheiden können, ob ihre Daten überhaupt an Facebook gesendet werden.