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USA verschärfen den Ton
Nordkorea-Krise spitzt sich zu

 Der nord­koreanische Machthaber  Kim Jong Un.
Der nord­koreanische Machthaber Kim Jong Un. FOTO: dpa / Wong Maye-E
Washington. Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm halten die USA die Zeit für Gespräche für beendet. Es ergebe „keinen Sinn“, eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates abzuhalten, wenn dabei nichts Greifbares herauskomme, erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, am Sonntagabend. Experten halten eine militärische Aktion der USA nun nicht mehr für ausgeschlossen. Von Olivia Hampton

Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm halten die USA die Zeit für Gespräche für beendet. Es ergebe „keinen Sinn“, eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates abzuhalten, wenn dabei nichts Greifbares herauskomme, erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, am Sonntagabend. Experten halten eine militärische Aktion der USA nun nicht mehr für ausgeschlossen.

Nach dem jüngsten Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea am Freitag, die Experten zufolge sogar New York erreichen könnte, war damit gerechnet worden, dass die USA eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates beantragen könnten. Haley bezeichnete dies als Irrtum. Eine weitere UN-Resolution, die den internationalen Druck auf Nordkorea nicht signifikant erhöhe, sei „wertlos“, erklärte sie. Eine solche Resolution würde dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un signalisieren, dass die internationale Gemeinschaft nicht willens sei, sich ihm entgegenzustellen, erklärte Haley. Sie forderte China, Japan und Südkorea auf, den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen. China müsse nun entscheiden, ob es bereit sei, „diesen wichtigen Schritt“ zu machen. „Die Zeit für Gespräche ist vorbei“, betonte sie. Beobachter werteten die Äußerungen als Zeichen dafür, dass die USA nicht mehr auf eine diplomatische Lösung setzen und eine Militärintervention in Erwägung ziehen könnten.

Das Außenministerium in Pjöngjang hatte den jüngsten Raketentest als „ernste Warnung an die USA“ bezeichnet. Die USA hätten sich in eine „wilde Sanktionskampagne“ gegen Nordkorea „verrannt“. US-Präsident Donald Trump und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichneten das nordkoreanische Raketenprogramm in einem Telefonat als „schwere und zunehmende direkte Bedrohung“, wie das Weiße Haus mitteilte. Beide sprachen sich dafür aus, den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Pjöngjang zu erhöhen. Das chinesische Außenministerium erklärte, um den Konflikt zu lösen, seien gemeinsame Bemühungen aller Beteiligten notwendig.