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Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken
„Robin Hood“ und die Kämpferin für Chancengleichheit

Berlin. Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken sollen künftig die deutschen Sozialdemokraten führen. Wofür stehen die Sieger des SPD-Mitgliederentscheids? dpa

Norbert Walter-Borjans (67): Der ehemalige nordrhein-westfälische Finanzminister gilt als „Robin Hood der Steuerzahler“, seit er Daten potenzieller deutscher Steuerbetrüger in der Schweiz kaufte. In die Politik kam „Nowabo“ 1984. Der damalige Ministerpräsident in NRW, Johannes Rau (SPD), holte ihn in die Staatskanzlei. Ab 1996 wurde er dort Regierungssprecher, bevor er von 1998 bis 1999 Finanzstaatssekretär im Saarland war. In Köln heuerte der FC-Fan und Vater von vier Kindern 2006 als Wirtschaftsdezernent an. 2010 wurde der promovierte Ökonom für sieben Jahre Finanzminister in NRW. Er verantwortete einen enormen Aufwuchs an Schulden. Walter-Borjans stammt aus einer Handwerkerfamilie – der Vater war Schreiner, die Mutter Schneiderin.



Saskia Esken (58): Die Baden-Württembergerin sitzt seit 2013 im Bundestag, sie ist Expertin für Digitales. Einer breiteren Öffentlichkeit war Esken vor ihrer Bewerbung für den SPD-Spitzenposten unbekannt. Gleiche Chancen und Gerechtigkeit gehören zu den Kernzielen des Mitglieds der Gruppe Parlamentarische Linke in der SPD-Fraktion. Geboren in Stuttgart, aufgewachsen im Kreis Böblingen, wurde sie vom sozialen und politischen Engagement ihrer Eltern geprägt. Sie arbeitete zunächst unter anderem in der Gastronomie, als Fahrerin und Schreibkraft. Später schloss sie eine Ausbildung zur Informatikerin ab. Engagiert ist Esken unter anderem gegen extreme Rechte – so hatte sie 2009 im baden-württembergischen Calw ein „Bündnis gegen Rechts“ gegründet, weil die NPD erwogen hatte, ihre Landesgeschäftsstelle dort einzurichten. Esken ist seit 1990 SPD-Mitglied. Sie hat drei Kinder.