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Neuvorstellung
Das Design bleibt ein wichtiges Kaufargument

 Über den runden Scheinwerfern des Nissan Juke sind die Tagfahrleuchten jetzt als schmale Schlitze postiert.
Über den runden Scheinwerfern des Nissan Juke sind die Tagfahrleuchten jetzt als schmale Schlitze postiert. FOTO: Nissan / Christian Colmenero Martín
Brühl. Mit dem Juke hat Nissan das Segment der kompakten Crossover begründet. Jetzt ist die neue Generation des SUV-Coupés verfügbar.

Erst zehn Jahre ist es her, da gehörte der Nissan Juke noch zu den Ausnahmen auf dem Markt. Bei den kleinen Crossover-Modellen sieht sich der Autobauer gar als Pionier. Inzwischen zählen mehr als zwei Dutzend Modelle verschiedener Anbieter zu den Wettbewerbern des vor allem bei jüngeren Leute beliebten Autos.

Seine Trümpfe spielt der Juke hauptsächlich durch seinen sportlichen Auftritt, die coupéartige Optik und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Jetzt ist der Nachfolger gestartet. Er tritt rundum erwachsener auf und ist ausschließlich einem kleinen Dreizylinder-Turbo-Benzinmotor zu Preisen ab 18 990 Euro in der schon gut ausgestatteten Stufe Visia erhältlich. Der Vorgänger war gut 2000 Euro günstiger. Die Topversion N-Design kostet ab 26 390 Euro.

Schon der Vorgänger kann nicht nur mit seinem mutigen, modischen Design punkten, sondern auch mit Vorteilen wie kompakten Außenmaßen und höherer Sitzposition. Der Neue wird innen geräumiger, und auch außen hat Nissan ihn wachsen lassen: in der Länge um gut sieben Zentimeter auf 4,21 Meter. Gleichzeitig ist auch etwas breiter und höher geworden.



Vor allem legt der Radstand um knapp elf Zentimeter auf 2,64 Meter zu, was mehr Platz schafft, speziell im Fondbereich mit mehr Beinfreiheit. Zudem geht es über den Köpfen luftiger zu. Auch das Gepäckabteil legt von 354 auf 422 Liter zu, immerhin ein Plus von 20 Prozent. Praktisch ist die jetzt breitere Stauraumöffnung. Weiterhin befindet sich die obere Ladebodenebene auf Höhe der Ladekante.

Gut, dass die Nissan-Techniker das Gewicht um bis zu 23 Kilogramm absenken konnten, obwohl die Karosserie nun steifer ausgelegt ist. Serienmäßig findet sich in den modelltypischen runden Scheinwerfern jetzt immer Voll-LED. Hinzu kommen Klimaanlage, Sportsitze und Audiosystem. Unter elf Lackierungen kann der Kunde wählen, darunter das exklusiv dem Juke vorbehaltene Fuji Sunset Red. Zur Individualisierung und als optischer Kontrast dienen zudem drei Dachfarben. Schicke Felgen gibt es auch und bis zu 19 Zoll große Aluräder.

Vom Innenraum sagen die Nissan-Manager, er wirke „wie aus einem Guss“. Jedenfalls findet man sich schnell zurecht. Die Bedienung ist einfach, alles läuft weitgehend intuitiv ab. In vielen Bereichen fällt das Material höherwertiger als beim Vorgänger aus, aber nicht überall, denn bei der billig anmutenden Kofferraumabdeckung hat wohl jemanden den Sparstift angesetzt.

Die Vernetzung per Internet kommt beim Juke nicht zu kurz. Bei Nissan heißt es sogar, die neue Version sei das am besten vernetzte Fahrzeug in der Modellpalette.

Beim Motorenprogramm fällt die Wahl nicht schwer, ausschließlich treibt ein turbogeladener 1,0-Liter-Benziner den Juke an. Der leichte, kompakte Motor leistet 117 PS/86 kW/, das maximale Drehmoment von 180 Newtonmetern (mit Overboost 200 Nm) liegt schon ab 1750 Touren an. Dank dieser Auslegung spricht das Triebwerk direkt an und legt flott los. Nicht nur beim Ampelstart zeigt es, was in ihm steckt. Zumal es sich fein und knackig schalten lässt.

Wer es komfortabler haben will, ordert für 1800 Euro Aufpreis das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe inklusive Lenkradpaddels. Auf den ersten Testkilometern schien die Automatik im Vergleich zum Sechs-Gang-Getriebe etwas weniger temperamentvoll zu agieren. Allerdings kann der Fahrer das Schalten über die Lenkradwippen beeinflussen. Oder er wählt eines der Fahrprogramme vor: Eco, Standard und Sport.

Den Verbrauch gibt der Hersteller nach WLTP-Norm mit 6,1 Litern an. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 138 g/km. Der 1,0-Liter-Turbobenziner zählt mit seinen 117 PS zu der Leistungsklasse, die die Mehrheit der Autokäufer bevorzugt. 56 Prozent der in Deutschland üblichen Motorstärken liegen im Bereich von 110 bis 130 PS. Deshalb könne man sich mit einer Motorisierung begnügen, heißt es bei Nissan. In elf Sekunden beschleunigt der Juke von 0 auf Tempo 100 und läuft in der Spitze 180 km/h.

In der Nissan-Renault-Allianz nutzen der Juke und der Renault Captur die gleiche Plattform. An Bord sind, zum Teil optional, alle üblichen und einige neue Assistenzsysteme, außerdem Infotainment-Optionen, darunter NissanConnect, unter anderem mit Smartphone-Einbindung, Sprachkennung und Navigation für 390 Euro (über Acht-Zoll-Touchscreen; sonst 4,2-Zoll-Farbdisplay für Fahrerinfos).

Außerdem hält das aus den Modellen Leaf und Qashqai bekannte ProPilot-System (ab Tekna Serie) den Juke automatisch in der Spur und sorgt für einen gleichbleibenden, sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und somit für eine Entlastung im dichten Verkehr. Klanggenuss wie im Konzertsaal vermittelt Bose für 600 Euro.

Das Segment der Crossover befindet sich weiterhin im Aufwind, die Prognosen gehen von einem deutlichen Wachstum von zuletzt 23 Prozent auf 30 Prozent Anteil am Markt aus. Von der ersten Juke-Generation hat das japanische Unternehmen mehr als eine Million Exemplare verkauft. Vom neuen Modell, das dem kleinen Crossover mehr Platz, Komfort und Individualität verschafft, werden es wohl noch einige Einheiten mehr aus dem britischen Werk Sunderland werden.

 Auf Wunsch wird der Juke mit farbenfrohem Cockpit geliefert.
Auf Wunsch wird der Juke mit farbenfrohem Cockpit geliefert. FOTO: Nissan