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Empfang an einem ganz besonderen Ort
Als großes Projekt steht nun der neue Dorfplatz an

 Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf  (links) und der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Alois Geller begrüßten beim Neujahrsempfang in der „Wonerei“, die vielen Vertreter der Vereine und des Ehrenamtes.
Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf  (links) und der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Alois Geller begrüßten beim Neujahrsempfang in der „Wonerei“, die vielen Vertreter der Vereine und des Ehrenamtes. FOTO: Jörg Martin
Wittersheim. Von Jörg Martin

Er zählt zu den festen Terminen im kleinsten Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal: Der alljährliche Neujahrsempfang des Wittersheimer Ortsvorstehers und des SPD-Ortsvereins Wittersheim-Bebelsheim. Für Wendelin Lonsdorf war es jetzt, in der „Wonerei“ seines Vorgängers Helmut Kihl, bereits das sechste Mal, dass er die Vereine und Ehrenamtlichen zum Umtrunk eingeladen hatte. Traditionell bedankte sich der Ortsrats-Chef bei den Vereinen für ihren Einsatz in 2019. Hier vor allem dem DRK, der Feuerwehr und dem Dorfverein. „Ohne das Engagement der Einzelnen würde in unserem Ort nichts laufen“, bilanzierte er. „Die Vereine bilden die soziale und kulturelle Grundlage in unserem Ort“ fügte der Ortsvorsteher noch hinzu.

„Wir hatten ein richtig gutes Jahr 2019 für Wittersheim, aber auch ein arbeitsintensives Jahr“, lautete ein weiteres Fazit als er die Veranstaltungen Revue passieren ließ. Lonsorf erinnerte auch an die fertiggestellten Projekte des Ortsrats: Baumpflanzungen entlang der B 423, die Errichtung eines Insektenhotels, die Erstellung einer Urnenwand auf dem Friedhof, die Sanierung der Festhallen-Küche, den Umbau der ehemaligen Grundschule (jetzt Otto-Regel-Haus), die Sanierung des Alten Spritzenhauses und die Erstellung des Konzepts für einen Kalklehrpfad.

Auch in diesem Jahr wird es nicht anders werden. Da steht zum einen die Elektrifizierung des Hauses Lochfeld an. Eine Tanne soll auf dem Freundschaftsplatz gepflanzt werden. Aus der Erfweiler Straße wird eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit. Die Gymnastikhalle der Festhalle soll saniert werden. Der Kirchturm erfährt nachts ebenso eine Beleuchtung wie das Alte Spritzenhaus. Ein großes Projekt soll das Anlegen eines Dorfplatz werden, der auf dem Gelände des abgerissenen Hauses in der Saargemünder Straße 28 entstehen wird. Außerdem sei man dabei, zu prüfen, ob Wittersheim nicht an das Gasnetz angeschlossen werden kann. Den Rahmen für die Traditionsveranstaltung bildete – wie schon bei Wendelin Lonsdorfs Vorgänger Helmut Kihl – dessen „Wonerei“. Dabei handelt es sich um die Wagnerei, eine große Werkstatt hinter dem Wohnhaus Kihls in der Saargemünder Straße, die von dessen Vater gebaut wurde. Seit 1617 haben alle in seiner Familie den Beruf des Wagners ausgeübt, so Kihl gegenüber der SZ. Hier lagern jede Menge Maschinen, die alle noch voll funktionsfähig sind: Kreissägen, Hobelmaschinen und Standbohrer sowie Drechselbänke.



Beim Neujahrsempfang wurden einige Geräte etwas zweckentfremdet. So dient der frühere Leimofen, damals gab es noch keinen fertigen Holzleim, heute als Heizung. Auf der einen Bandsäge gegenüber dem Eingang befand sich am Samstagabend die Zapfanlage.

Angefangen hat alles, als Kihl vor 26 Jahren 50. Geburtstag feiern wollte. Es war schnell klar, dass die Feier in der „Wonerei“ stattfinden wird. Doch da musste erst mal alles renoviert und verputzt werden, was für den Maschinenschlosser damals keine Herausforderung war. Nach und nach haben sich auch andere Maschinen und Dinge angesammelt. „Wir können nichts wegwerfen. Mein Sohn auch nicht“, gesteht Helmut Kihl. Gleichwohl handelt es sich bei der Wonerei nicht um ein Privatmuseum. Wer sich aber mal  umsehen möchte, kann dies nach Absprache gerne tun.