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Neue Parkplätze am Warburgring
100 neue Parkplätze am Warburgring

Für die einen wichtig für die Stadtentwicklung, für die anderen zu groß und zu problembelastet: Die Pläne für neuen Wohnraum am Warburgring stoßen nicht überall auf Gegenliebe, nun hat der Bauausschuss den Weg für 100 zusätzliche Parkplätze freigemacht.
Für die einen wichtig für die Stadtentwicklung, für die anderen zu groß und zu problembelastet: Die Pläne für neuen Wohnraum am Warburgring stoßen nicht überall auf Gegenliebe, nun hat der Bauausschuss den Weg für 100 zusätzliche Parkplätze freigemacht. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Der Bauausschus des Homburger Stadtrats stellte Einvernehmen mit den Plänen des Investors her. Von Thorsten Wolf

Die formale Entwicklung des Wohnbauprojektes am Homburger Warburgring geht weiter: Am Dienstagabend stellte der Bauausschuss des Homburger Stadtrats sein Einvernehmen mit den Plänen des Investors, der Wohnungsgesellschaft (Woge) Saarland, her, in unmittelbarem Anschluss an die geplanten neuen Wohnbauten 100 zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Zum Hintergrund: Seit Mitte des vergangenen Jahre ist bekannt, dass die Woge Saar auf einem bisher brachliegenden Stück Land am Warburgring eine neue Wohnanlage bauen will. Konkret geht es um 114 Wohneinheiten in insgesamt elf Wohngebäuden. Dabei handelt es sich um sieben Zweigeschosser, davon vier mit einem Staffelgeschoss, drei Dreigeschosser und um ein viergeschossiges Gebäude. Zusätzlich soll eine Tiefgarage gebaut werden.

Anwohner am Warburgring und der angrenzenden Straßen hatten im Zuge von Informationsveranstaltungen die Befürchtung geäußert, dass sich durch diesen zusätzlichen Wohnraum die aus ihrer Sicht sowieso schon angespannte Verkehrs- und Parksituation am Warburgring weiter verschärfen werde. Aus diesen Befürchtungen heraus entwickelte sich die Überlegung, eben weitere 100 Parkplätze zu schaffen, um hier Entlastung zu ermöglichen.

Dazu stellte der Bauausschuss am Dienstagabend mehr oder weniger rein formal seine Einvernehmen her, „da die Baumaßnahme genehmigungswürdig ist und die Stadt daher auch kaum anders hätte entscheiden können und auch wollen, da diese Maßnahme auch so vorbesprochen worden ist“, so Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff.



Konkret geplant sind, unmittelbar an der Grenze zum Straßenverlauf des Warburgrings im Bereich der ehemaligen Schwesternhäuser, insgesamt drei Parkzonen, eine mit 41 Plätzen, eine mit 40 und eine weitere mit 19. Am Dienstagabend stellte Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind auch in Aussicht, dass ein Teil dieser 100 Parkplätze bewirtschaftet sein könnte. Dies führte im Rund der Anwohner – einige bekamen Rederecht –, zu der Befürchtung, dass in einem solchen Fall Beschäftigte des Universitätsklinikums das neue Parkplatzangebot nicht nutzen werden und stattdessen wie bisher auf Stellplätze im Wohngebiet Warburgring ausweichen. Jürgen Kruthoff: „Dieses ließe sich, wenn auch mit einem gewissen Aufwand, gegebenenfalls durch das Ausweisen von Anwohnerparkbereichen unterbinden.“

Mit dem abschließenden Einvernehmen des Bauausschusses zu den 100 zusätzlichen Parkplätzen gewinnt das Wohnbauprojekt der Woge Saar zunehmend an Kontur – nachdem erste Pläne in der Vergangenheit nicht nur bei Anwohnern auf Kritik gestoßen waren. Zu viel und zu groß war einigen das, was da am Warburgring hatte ursprünglich entstehen sollen.

Als Investor reagierte die Woge Saar auf diese Kritik und reduzierte das Volumen der Anlage. Statt von den ursprünglich 125 bis 134 Wohneinheiten spricht man derzeit nun noch von 114 Wohneinheiten. Auch die Gebäudehöhen wurden reduziert, zu Beginn standen Gebäude mit bis zu sechs Etagen auf dem Plan. Das Besondere am Bauvorhaben der Woge Saar: Für das Areal besteht schon ein Bebauungsplan. Der stammt aber aus den 1960er Jahren und, so die Meinung der Befürworter des Bauprojektes, entspreche mit seiner Gestaltung nicht mehr den Ansprüchen an modernes Bauen und Wohnen. Mit der Entscheidung, das Verfahren für die Änderung dieses Bebauungplanes entsprechend der Wünsche der Woge Saar anzustoßen, tat man sich, trotz großer Mehrheit aus Reihen von CDU und SPD, im Stadtrat doch durchaus schwer.

Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidwind hatte das Projekt aber immer wieder als wichtig eingestuft, schaffe die Woge Saar mit ihrem Projekt auch bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Auf Seiten der Kritiker waren es neben Parteien wie den Linken und den Grünen vor allem die Anwohner selbst, die deutlich ihren Unmut über das Bauvorhaben kundtaten. Vor allem die aus ihrer Sicht zu erwartende Verschärfung der Parkplatz-Situation, aber auch der Verkehrssituation im Allgemeinen, trieb die Betroffenen um. Diese Befürchtungen verdeutlichten sie mehrfach öffentlich. Wie sich die Situation nun tatsächlich entwickeln wird, darüber werden nur die Zukunft und die dann tatsächlich umgesetzten Pläne Auskunft geben können.