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Zweibrücken
Nach A8-Aus: Keine neue Disko in Sicht

Zweibrücker, die sich nach Disco-Stimmung sehnen, werden in der Stadt nicht fündig.
Zweibrücker, die sich nach Disco-Stimmung sehnen, werden in der Stadt nicht fündig. FOTO: picture alliance / dpa / Sophia Kembowski
Zweibrücken. Der Insolvenzverwalter hat die Hoffnung aufgegeben, dass sich doch noch ein Nachfolger findet.

Disko-Fans in der Rosenstadt werden auch künftig anderswo tanzen und feiern müssen: Der seit Mai 2017 geschlossene Tanzschuppen „A8“, zuvor bekannt als „Ypsilon“ oder „Nightlife“, eröffnet auch unter neuem Namen nicht mehr. „Wir haben keine Hoffnung mehr, dass sich ein Nachmieter findet“, erklärt ein Sprecher des Insolvenzverwalters, der Saarbrücker Kanzlei Schiebe und Collegen. Unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hatte sich das noch ganz anders angehört. „Der Standort ist bekannt, der Betrieb eingerichtet. Er macht einen sehr geordneten Eindruck. Ich halte es für möglich, einen Nachfolger zu finden, der recht kurzfristig wieder loslegen könnte“, hatte Insolvenzverwalter Robert Schiebe noch vergangenen Mai gesagt.

Zwar habe es ein fertig ausverhandeltes Angebot des Unternehmers Wolfgang Traxel gegeben, heißt es jetzt bei der Kanzlei. Dieser steht mit vielen Diskos in der Region in Verbindung und hatte für Zweibrücken das „A8“ eröffnet und die Geschäftsleitung der betreibenden M&T Vermiet-GmbH später an Stefanie Mayer übertragen. Doch Traxel habe nach Vorlage des Angebots dann doch nicht mehr gewollt. „Jetzt könnte zwar theoretisch noch jemand anderes dort neu aufmachen, aber ob das genehmigungsfähig wäre, ist unklar.“

Hintergrund sind unter anderem die Brandschutzbestimmungen und der Zustand des Gebäudes in der Contwigerhangstraße 4. Außerdem ist das komplette Inventar inzwischen über die Riegermann Ingenieur & Handelscontor GmbH veräußert worden. Einen „niedrigen fünfstelligen Betrag“ hat der Insolvenzverwalter somit veräußert. Aktuell sei das Unternehmen noch dabei, verschiedene Ansprüche gelten zu machen. „Man kann nicht sagen, wie lange das Verfahren noch genau läuft“, sagt der Sprecher.



Stadtsprecher Heinz Braun ist nicht bekannt, dass potentielle Interessenten sich zwecks Genehmigung oder Umbauplänen ans Stadtbauamt gewandt hätten. Aus dem Verkauf des Interieurs floss auch kein einziger Euro an die Stadt – der erlöste Betrag floss laut Braun komplett in die Verfahrensabwicklung. Für die Stadt als Gläubiger war kein Krümel vom Kuchen mehr übrig. Dabei hatte die Verwaltung vom vorherigen Betreiber rückwirkend zum Jahr 2013 170 000 Euro an Vergnügungssteuern nachgefordert. Dies hatte die M&T Vermiet-GmbH als Grund für die dann beantragte Insolvenz angegeben.

Der Verzicht auf die Vergnügungssteuern wäre wohl bei einem für Ende August des vergangenen Jahres geplanten Gespräch des potenziellen Betreibers mit dem damaligen Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann Thema gewesen. Dieses fiel kurzfristig aus, weil Pirmann ins Krankenhaus musste. Danach, so Stadtsprecher Heinz Braun im Oktober, sei das Interesse erloschen.

Das Areal der früheren Niederauerbacher Diskothek gehört zum Dorndorf-Gewerbepark. Eigentümer ist die Rieker Immobilien GmbH & Co KG. Dort war bis Redaktionsschluss niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.