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Wiesbaden/Frankfurt
Mordverdächtiger im Fall Susanna ist offenbar älter

Wiesbaden/Frankfurt. Susannas mutmaßlicher Mörder Ali B. war im Gegensatz zu ersten Angaben zum Tatzeitpunkt vermutlich bereits 21 Jahre alt. Damit gälte er vor Gericht nicht mehr als Heranwachsender und müsste im Falle einer Verurteilung mit einer deutlich härteren Strafe rechnen, teilte die Staatsanwaltschaft Wiesbaden gestern mit.

Die neue Altersangabe ergebe sich unter Vorbehalt aus Informationen des irakischen Generalkonsulates in Frankfurt.

Falls die Auskunft stimmt, wäre der Iraker zum Zeitpunkt der ihm zur Last gelegten Tat nicht wie bisher angenommen 20 Jahre alt gewesen. Dies hätte „für ihn erhebliche Folgen für das Verfahren“, sagte der Staatsanwalt. Bei einem Täter von 20 Jahren hätte das Gericht prüfen lassen können, ob er wegen „Reifemängeln“ noch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden kann, erläuterte Oberstaatsanwältin Christina Gräf. Das geht mit 21 Jahren nicht mehr – Ali B. müsste bei einer vollen Mordverurteilung mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen.

Der irakische Flüchtling Ali B. wird verdächtigt, die 14-jährige Susanna in Wiesbaden vergewaltigt und getötet zu haben. Nach einer Flucht in den Irak war er am Samstag im Beisein von Bundespolizisten mit dem Flugzeug wieder nach Deutschland gebracht worden. Bei seiner Vernehmung gestand er, das aus Mainz stammende Mädchen umgebracht zu haben, bestritt aber eine Vergewaltigung. Das Obduktionsergebnis möglicher DNA-Spuren dauere noch einige Tage an, hieß es gestern.