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Mitte-Studie
Hans mahnt zu mehr Dialog gegen Politik-Verdruss

Saarbrücken. Verschwörungstheorien sind in Deutschland weit verbreitet. Zu diesem Ergebnis kommt die neue „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Gut ein Drittel der Befragten ist demnach der Ansicht: „Die Regierung verschweigt der Bevölkerung die Wahrheit“. Von Nina Drokur

Knapp 22 Prozent meinen: „Die regierenden Parteien betrügen das Volk“. Außerdem glaubt jeder Vierte laut der Studie, dass Medien und Politik unter einer Decke stecken. Für den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) ist das größte Problem, dass solche Einstellungen oft nur in privaten Chats der Sozialen Medien diskutiert werden. „Das beraubt die politischen Verantwortungsträger der Möglichkeit, in einen Dialog mit den ‚Konsumenten’ dieser Nachrichten zu treten und mittels Fakten für Aufklärung zu sorgen“, sagt Hans. „Für mich selbst als Politiker gilt: Ich bin aktiv in den Sozialen Medien und beantworte Anfragen. Gleichzeitig fühle ich mich als Ministerpräsident dazu verpflichtet, direkt mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu treten.“

Ein Grund für den Zuwachs der Verschwörungstheoretiker sieht Hans in populistischen Parteien. Beide Phänomene würden sich gegenseitig befeuern. Er sieht darin „eine unheilige Allianz gegen die Demokratie“. Sie würden bewusst mit den Ängsten der Menschen spielen, sie sich zu eigen machen und sie über Soziale Medien vermitteln. „Das ist eine Gefahr für den politischen Diskurs.“

Um der aktuellen Entwicklung entgegenzuwirken ist für Hans wichtig, die Medienkompetenz in allen gesellschaftlichen Gruppen und Altersklassen zu stärken. Dabei verweist er etwa auf Angebote der Landesmedienanstalt.