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Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen
Groko-Schicksal in Erfurter Händen

 Hagen Strauss
Hagen Strauss FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mögen die schwarz-roten Spannungen der vergangenen Tage etwas gewichen sein, das weitere Schicksal der Groko ist freilich mit den Vorgaben des Koalitionsausschusses zurück in die Hände der Erfurter Landespolitiker gelegt worden. Von Hagen Strauss

Was für ein Risiko für die Groko-Parteien. Vor allem die CDU muss jetzt liefern, um dem Vertrauensverlust innerhalb der Koalition entgegenzuwirken. Dass die Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer arge Probleme damit hat, die Parteifreunde im Freistaat auf Kurs zu bringen, ist deutlich geworden. Angela Merkel hat die Dinge offenkundig an sich gezogen. Zumindest scheint es ihr zu verdanken zu sein, dass die große Koalition zu einer gemeinsamen Linie zurückgefunden hat.

Doch die Entwicklungen der letzten Tage haben tiefe Wunden in der CDU hinterlassen. Auch Merkels Notbremse, die Ablösung des Ostbeauftragten Hirte, spaltet die Partei. Manch einer sieht in ihm nur ein Bauernopfer der Kanzlerin, um die Koalition und sich selbst zu retten. Die Union ist daher noch lange nicht aus der Krise. Sie steckt weiter mittendrin. Nun hängt viel davon ab, wie in Thüringen vorgegangen wird, um das parlamentarische Chaos dort wieder aufzulösen. Das wird schwierig genug werden.