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Meinung
Offenes Rennen

Die ersten 100 Tage von Christian Baldauf waren unspektakuläres Mittelmaß. Während der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef noch deutlich Luft nach oben hat und mehr Inhalte mit Schlagkraft gegen die schwarz-gelb-grüne Landesregierung setzen muss, überzeugt er wiederum nach innen. Von Florian Schlecht

In der Fraktion sind nach den ersten Monaten des Pfälzers keine kritischen Stimmen zu vernehmen, die nach außen sticheln, um den CDU-Mann zu schwächen. Harmonie – ein Pfund, mit dem gerne die Ampelkoalition wuchert – herrscht inzwischen auch in der Fraktion der größten Oppositionspartei im Mainzer Landtag. Das mag für den Anfang ein wichtiger Schwerpunkt sein.

Um nach außen wahrgenommen zu werden, muss Baldauf nun aber inhaltlich stärker überraschen und in Reden geschliffener werden, wo er nach Julia Klöckner in dieser Hinsicht ein großes Erbe antritt. Gelingt das, hat der 50-Jährige große Chancen, sich zum Favoriten für die Spitzenkandidatur 2021 aufzuschwingen. Bewahrheitet sich eine Umfrage die dieser Tage veröffentlicht wurde und der Bundestrend ereilt inzwischen auch in Rheinland-Pfalz die SPD, könnte vor Baldauf sogar etwas liegen, was ihm jetzt noch keiner zutraut: ein offenes Rennen ums höchste Amt im Land.