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Mauschbach
Mauschbach: Wenn die Kälber feiern

 Luisa Lauer (links) und Laura Krippleben hielten die Kerwerede.
Luisa Lauer (links) und Laura Krippleben hielten die Kerwerede. FOTO: nos
Mauschbach. Einmal im Jahr sind in Mauschbach alle regelrecht außer Rand und Band. An diesem Wochenende ist es wieder soweit, denn bei den „Kälbern“, wie die Dorfgemeinschaft landläufig tituliert wird, wird wieder die Kerb gefeiert und da herrsch im Ort regelrecht Ausnahmezustand.

Einmal im Jahr sind in Mauschbach alle regelrecht außer Rand und Band. An diesem Wochenende ist es wieder soweit, denn bei den „Kälbern“, wie die Dorfgemeinschaft landläufig tituliert wird, wird wieder die Kerb gefeiert und da herrsch im Ort regelrecht Ausnahmezustand.

 Ortschaften, in denen der Kerwebrauch noch derart tief verwurzelt in der dörflichen Gemeinschaft vorzufinden ist, muss man fast mit der Lupe suchen. Nicht so bei den feiernden „Kälbern“ wo es mangels sonstiger geeigneter Räume in einem kleinen Festzelt, das direkt beim Dorfgemeinschaftshaus steht, hoch hergeht. Das habe sich in den Jahren alles bestens eingespielt, weiß Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben zu berichten ,der es selbstverständlich dennoch nicht versäumt, sich bei den Jugendlichen dafür zu bedanken, dass sie mit dem Brauch des Kerwefeierns passend umzugehen wissen, wie auch die zünftigeKerwerede gestern am frühen Nachmittag beim Dorfgemeinschaftshaus bewies, als Laura Krippleben und Luisa Lauer das über´s Jahr Aufgeschnappte in der Kerwerede verkündeten.

„Wenn immer dunkler und kerzer wern die Daa unn es Zelt werd uffgeschlaa uffem Dorfplatz nebern DGH, wenn de Schnapskeller stellt uff de Wahn mitem Klo, sinn mir alle widda arich froh. Dann is es nämlich widda soweit, in Mauschbach hat endlich angefang die Kerwezeit unn dann hann mir a widda viel zu bericht, vunn Summerfeschd unn annere Geschichte…“



Etwa die von den Schnittschutzhose des ersten Bürgers der Gemeinde, weil der diese edle Hose draußen auf der Flur gelassen hatte. Ein Auge darauf haben sollte der Gemeindediener Ginter, doch der chauffierte den Mulcher Tage später in der Gemarkung wie ein Blinder. Verfangen tat sich die Schnittschutzhose in den Mulchermessern allen und wird als Schutz gegen Kettensägezähne künftig nicht mehr gefallen. Neue Hose gab es jetzt und einen passenden Jobbe, der OB sei halt einfach nicht „se tobbe“.

Das Sommerfest war ein ergiebiges Thema, von den vielen Baustellen im „Hinnereck“ war die Rede und selbst die wilde Verfolgungsjagd der Polizei im Ort nach Drogendealern lieferte ausreichenden Stoff dafür, das die vielen Zuhörer ausgiebig zu lachen hatten, zumal gestandene Feuerwehrleute den Gesetzesächter mit Handschellen ans Auto fesselten.

Dass Utes Dorfkneipe nach mehr als einem 100-jährigem Bierausschank für immer den Bierhahn zudreht, war gleichfalls mehr als nur eine Erwähnung wert. Denn, mit der neuen „Salzkrotte“ in den ausgeräumten Wirtshausstuben lasse es sich prima werben für den Ort. Nach der Bundestagswahl sei der gesamte Ortsgemeinderat schon dort gewesen und für die Straußmädels und Straußbuben sei das am kommenden Dienst auch eine gute Sach: „Mer kenne am Dienschdaa dann dort unser Ausnüchterung mache kenner hat am nächschde Daa Koppweh odda schlechter Geschmack im Hals, also is des ja doch was Gutes, mit dem Himalayasalz …“