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Am 17. Juli
Marktplatz wird zur Klassikbühne

Das große Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters hat bereits Tradition. Diesmal sind „Glanzlichter Europas“ am 17. August auf dem Marktplatz zu hören.
Das große Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters hat bereits Tradition. Diesmal sind „Glanzlichter Europas“ am 17. August auf dem Marktplatz zu hören. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. „Glanzlichter Europas“ sind beim Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters auf dem historischen Marktplatz am 17. August zu hören. Bereits am Feiertag 15. August ist hier ein Gottesdienst mit Gospelmusik geplant. Von Ulrike Stumm

Wenn die Sommerferien im Saarland zu Ende gehen, dann kann man sich das Urlaubsgefühl etwa eine Woche später noch einmal zurückholen. Denn Mitte August verwandelt sich Homburgs historischer Marktplatz in eine Freilicht-Bühne. Wer also den lauen Nächten unterm Sternenhimmel in südlichen Ferienorten nachtrauert, der kann sich auch in Homburg treiben lassen – das Wetter muss natürlich mitspielen. Und  das war in der Vergangenheit gerne mal ein Wackelkandidat, brachte Regen, Kälte und sogar Gewitter. Doch der Sommer zeigte ja in diesem Jahr bereits häufiger, dass er seinen Namen verdient.

In Mittelpunkt des kleinen Veranstaltungspakets: am 17. August das große Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters. Bereits am Vorabend kann, wer mag, bei der öffentlichen Generalprobe an dieser Stelle dabei sein.

Den Auftakt macht in dieser Feiertags-Woche am 15. August ein großer ökumenischer Gottesdienst. Gestaltet werde dieser auch von Gospelsängern, informiert Susanne Niklas, Leiterin der Abteilung Kultur und Tourismus bei der Stadt Homburg. Aufgegriffen wird beim Gottesdienst zudem eine schöne Tradition: die der Kräuterweihe. Denn am Feiertag Mariä Himmelfahrt, an dem die Saarländer deutschlandweit ja fast exklusiv frei haben, werden vor allem im ländlichen Raum Kräuter gesammelt und daraus Büschel gebunden, die dann am Hochfest geweiht werden.



Während man zur Generalprobe und natürlich zum Gottesdienst  einfach kommen kann, brauchen Besucher des Klassik-Open-Airs Tickets. Der Kartenvorverkauf starte voraussichtlich in der kommenden Woche, so Susanne Niklas (weitere Details zu Preisen und mehr: siehe Infokasten). An den Rahmenbedingungen hat man im Vergleich zum Vorjahr festgehalten. So stehe die Bühne erneut unten auf dem Platz, die Stuhlreihen ziehen sich nach oben Richtung Saarbrücker Straße. Es werde, sagt Niklas weiter, die gleiche Bühne sein wie schon 2017 – andere Maße, eine andere Größe gingen hier nicht. Der Platz werde abgesperrt sein, Zugang sei nur mit einer Karte möglich.

Zu hören gibt es dann an diesem Abend – das Konzert beginnt um 20 Uhr – musikalische Höhepunkte aus verschiedenen europäischen Ländern. Das Motto „Glanzlichter Europas“ haben Stadt und Orchester gemeinsam ausgesucht, so Niklas weiter. Das Orchester unter der Leitung von Jonathan Kaell hat sich zwei Solisten eingeladen. Zum einen spielt der Trompeter  Benedikt Kilburg. Zum anderen ist der Tenor Konstantinos Klironomos zu Gast. Das Publikum kann sich dann auf Bekanntes wie weniger Geläufiges freuen. Das verspricht das Programm, das auf der Internetseite des Orchesters zusammengestellt ist. Neben der Ouvertüre zum Zigeunerbaron von Johann Strauß sind Arien aus Opern, etwa denen  von Giacomo Puccini und Gaetano Donizetti vorgesehen: zum Beispiel „Recondita armonia“ aus Tosca  und „Addio Fiorito Asil“ aus „Madame Butterfly“ oder „Una furtiva lagrima“ aus L’elisir d’amore. Und da dürfte man sich dann  schon ein bisschen in eine der großen offenen italienischen Opernbühnen wie die Arena di Verona versetzt fühlen. Aber der musikalische Bogen wird noch weiter gespannt, streift etliche andere Länder und reicht über Tschechien mit Bedrich Smetanas bekannter „Moldau“ bis zu John Williams „Theme from Schindler’s List“. Sicher ein Hinhörer: das Konzert für Trompete und Orchester des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan.

Noch haben die Ferien das Land fest im Griff, und an deren Ende mag wohl kaum einer gerne denken, doch man kann sich schon jetzt auf ein musikalisches Feuerwerk freuen.

Welcher Opernfan hat nicht schon einmal davon geträumt, in einer lauen italienischen Sommernacht in der Arena von Verona die Aida oder die Tosca zu erleben: Ein Amphitheater hat Homburg zwar nicht zu bieten, aber dafür gibt’s im August klassische Musik unter freiem Himmel auf dem Marktplatz.
Welcher Opernfan hat nicht schon einmal davon geträumt, in einer lauen italienischen Sommernacht in der Arena von Verona die Aida oder die Tosca zu erleben: Ein Amphitheater hat Homburg zwar nicht zu bieten, aber dafür gibt’s im August klassische Musik unter freiem Himmel auf dem Marktplatz. FOTO: picture alliance / dpa / DB