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Wochenkolumne
Löwe, Bär und ein Blitzschlag

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der Wald ist mein Freund und alle Tiere sind so lieb wie Bambi, weshalb spezielle Naturfreunde wieder den Wolf, die Viper und die Kreuzotter ansiedeln möchten. Auf diese Idee kommt man nur, wenn man im Wohlstand lebt und beim Spaziergang nie einem Braunbär ins Gesicht blicken musste. Von Christine Maack

Mit dem Wetter verhält es sich anders, denn das Wetter ist längst nicht mehr so nett. Meine Oma erzählte zwar, dass es auch früher schon heftige Gewitter gegeben haben soll und konnte noch ein Gedicht auswendig von einer Stube, in der Urahne, Großmutter, Mutter und Kind allesamt vom Blitz ausgelöscht werden. Dabei hätte sich die dumpfe Frauenrunde bei etwas technischem Interesse den Tod durch Blitzschlag ersparen können, denn Benajmin Franklin hatte 1752 den Blitzableiter erfunden, während das Gedicht 70 Jahre später entstand. Aber Fortschritt, Wohlstand und Naivität liegen nahe beieinander. Am Freitag konnten in einem Eifeler Wildpark wegen des Gewitterregens Löwen, Tiger, ein Bär und ein Jaguar aus dem unterspülten Gehege ausbrechen. Ein Wolf und ein paar Vipern mögen ja noch angehen. Aber beim Bär hört der Spaß auf, der wurde bereits erschossen. Vielleicht werden Löwe, Tiger und Jaguar ja vom Blitz getroffen. Dann hätte die Natur auch mal etwas  unter sich geregelt.