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| 20:23 Uhr

Beruf
Krankgeschriebene sind nicht ans Bett gefesselt

Berlin. Wer krank ist, gehört ins Bett – oder nicht? Dürfen Arbeitnehmer trotz einer Krankschreibung eine längere Reise antreten – und sei es nur, um sich von ihrer Familie pflegen zu lassen? Das ist grundsätzlich erlaubt, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Etwas anderes gilt nur, wenn die Reise während der Krankschreibung „genesungswidrig“ sei – wenn dadurch also zum Beispiel eine Grippe verschleppt werde. Was dabei gut für den Patienten ist und was nicht, entscheidet aber nicht der Arbeitgeber, sondern der Arzt.

Wer krank ist, gehört ins Bett – oder nicht? Dürfen Arbeitnehmer trotz einer Krankschreibung eine längere Reise antreten – und sei es nur, um sich von ihrer Familie pflegen zu lassen? Das ist grundsätzlich erlaubt, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Etwas anderes gilt nur, wenn die Reise während der Krankschreibung „genesungswidrig“ sei – wenn dadurch also zum Beispiel eine Grippe verschleppt werde. Was dabei gut für den Patienten ist und was nicht, entscheidet aber nicht der Arbeitgeber, sondern der Arzt.

Streng genommen sind Arbeitnehmer nämlich nicht „krankgeschrieben“, selbst wenn der Volksmund das so nennt, sondern arbeitsunfähig. Und nicht immer sei das beste Mittel dagegen, still im Bett zu liegen. „Das beste Beispiel sind psychosomatische Erkrankungen, ein Burnout etwa, der durch die Arbeitssituation verursacht wurde“, so Meyer. „Wenn der Arzt da zur schnelleren Genesung rät, in den Urlaub zu fahren, dann dürfen Krankgeschriebene das auch tun – auch wenn das den Arbeitgeber vielleicht irritiert.“ Der Chef weiß schließlich nicht, welche Krankheit ein Mitarbeiter genau hat. Aus der Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung für den Arbeitgeber geht das nicht hervor, erklärt Meyer. „Und er hat grundsätzlich auch kein Recht darauf, es zu erfahren.“

Streit um die Arbeitsunfähigkeit und das Verhalten währenddessen kann es allerdings trotzdem geben. Und eine vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit kann zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen, bis hin zur Kündigung.