| 20:33 Uhr

Immobilien
Wenn das Traumhaus sehr viel kostet

 Für viele Deutsche ist der Hauskauf einer der Lebensträume. Je nach Region kann man viel Geld sparen.
Für viele Deutsche ist der Hauskauf einer der Lebensträume. Je nach Region kann man viel Geld sparen. FOTO: picture alliance / dpa / Jens B¸ttner
Berlin. Flexibilität bei der Wahl der Region kann den Wunsch nach den eigenen vier Wänden schneller Realität werden lassen. Von Stefan Vetter

Gebrauchte Eigenheime sind in Deutschland seit 2009 jedes Jahr im Schnitt um 4,3 Prozent teurer geworden, gebrauchte Eigentumswohnungen um 4,4 Prozent. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht der amtlichen Gutachterausschüsse hervor, der auf den Daten von einer Million geschlossenen Kaufverträgen basiert. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung.

Wie viel Geld fließt in Immobilien?



2018 wurden in Deutschland 269 Milliarden Euro durch den Kauf von Immobilien umgesetzt. Zwei Drittel davon entfielen auf den Erwerb von Wohnimmobilien. Ein neuer Rekord. Binnen zehn Jahren hat sich der Geldumsatz damit mehr als verdoppelt. Die Anzahl der Vertragsbeschlüsse ist in diesem Zeitraum mit jeweils rund einer Million pro Jahr allerdings weitgehend konstant geblieben. Auch das spricht für den enormen Preisschub. „Insbesondere in ohnehin teuren Lagen steigen die Preise weiter stark an“, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse, Anja Diers.

Wo ist es besonders teuer?

Bei gebrauchten freistehenden Eigenheimen sind die Preise im Landkreis München mit durchschnittlich 10 200 Euro pro Quadratmeter bundesweit am höchsten. In der Stadt München werden 9500 Euro pro Quadratmeter verlangt. Es folgen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart mit je etwa 5000 Euro pro Quadratmeter. Dass ist immer noch fast dreimal so viel wie im Bundesdurchschnitt (1750 Euro). Für gebrauchte Eigentumswohnungen ist München mit durchschnittlich 7150 Euro pro Quadratmeter bundesweit das teuerste Pflaster. Danach kommt Sylt (6350 Euro).

Woher rührt der Boom?

Es sind nicht nur die niedrigen Zinsen, die zum Kauf einer Immobilie verlocken. „Deutschlands Bevölkerung wächst und damit auch die Nachfrage nach Immobilen“, erläuterte der Leiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Markus Eltges. Insbesondere durch die Zuwanderung ist die Bevölkerungszahl zwischen 2011 und 2018 um 2,7 Millionen auf 83,1 Millionen gestiegen. Ein weiterer Grund: Durch die weitgehende Auslastung der Bauunternehmen, Personalengpässe in Bauämtern sowie knappes Bauland ist das Angebot begrenzt. Auch das treibt die Preise.

Wo ist Wohnraum noch preiswert?

Vor allem in ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Während in München 500 Quadratmeter Bauland für ein Eigenheim eine Million Euro kosten, werden im thüringischen Landkreis Sonneberg für die gleiche Baufläche nur 7500 Euro verlangt. Für eine Millionen Euro könnten im Kreis Sonneberg 133 Bauplätze erworben werden, was einem mittleren Dorf entspricht, in München nur eine einzige Baufläche. Auch ein freistehendes Eigenheim ist im thüringischen Kyffhäuserkreis für 410 Euro pro Quadratmeter zu haben – 23fach günstiger wie in München.