| 20:39 Uhr

Kartenverkauf begann schleppend
Koreanische Annäherungrettet den Ticket-Verkauf

Pyeongchang. Nach einem schleppenden Beginn hat der Ticketverkauf für die Olympischen Winterspiele auf der Zielgeraden noch mal zugelegt. Am Mittwoch, zwei Tage vor Beginn der Spiele, war der Ticketverkauf auf 78 Prozent gestiegen. Das teilte Lee Hee Beom, der Chef des Organisationskomitees, mit. Für Fachleute war vor allem die politische Annäherung der beiden koreanischen Staaten der Grund für das auflebende Interesse. Anfang September, fünf Monate vor den Spielen, waren gerade mal 4,8 Prozent der Karten verkauft – ein historischer Tiefstand. Gian Franco Kasper, der Ski-Weltverbands-Präsident und Vorsitzende aller olympischen Wintersportverbände, hatte schon früh geunkt, dass Pyeongchang nicht die große Party wird. „Ich sage ihnen die Wahrheit“, meinte er, „mit vielen Fans rechne ich nicht bei den Spielen in Pyeongchang.“

Die Zurückhaltung hatte weitere Gründe. Das Skigebiet 80 Kilometer südlich von der Grenze zum verfeindeten Norden wurde für Olympia neu entwickelt, ist vielen Südkoreanern nicht bekannt. Außerdem kennen die Koreaner einen Großteil des olympischen Wintersportprogramms nicht. Biathlon, Skilanglauf oder Ski alpin sind auf der Halbinsel Randsportarten. Verehrt werden die Eis-Sportler, beim Shorttrack oder Eiskunstlauf. Dort fiebert man Medaillen entgegen.

Auch die Preise für die Olympia-Sause haben es in sich. Die Kosten für die Tickets variieren zwischen 20 000 Won (15 Euro) für Bob/Rodeln und 900 000 Won (680 Euro) für das Eishockey-Finale der Männer. Karten für beliebte Wettbewerbe wie Eisschnelllauf und Shorttrack liegen bei rund 100 Euro. Die Karten für die Eröffnungs- und Schlussfeier kosten je nach Sitzplatz zwischen 160 und 1100 Euro.

Man darf gespannt sein, ob Korea aus der Vergangenheit gelernt hat. Bei der Snowboard-Weltmeisterschaft 2009 in Südkorea war der Besuch eher schlecht, Kasper stand im Zielbereich allein mit zwei Personen. Das IOC-Exekutivmitglied drängte auf Lösungen und hofft für die Spiele jetzt auch darauf, dass „die Koreaner Schulen in die Stadien bringen werde.“.